Erster Ritt

Gestern war ein aufregender Tag! Nach den vielen Ersten folgte der erste Ritt! Bisher war ich ja noch nie mit Serenata allein unterwegs. In Spanien rannte sie der Gruppe hinterher (war ich das, die ritt? oder sass ich einfach nur oben drauf?), seit sie hier ist, bin ich schon mal aufgesessen, aber noch nicht mit ihr allein auf dem Viereck unterwegs gewesen.

Ich war freudvoll aufgeregt – wie würde es sein? Serenata war ruhig, diesmal holten wir sie von der Weide, sie war nicht ausgehungert und entsprechend recht kooperativ. Ein leichtes Rucken ging durch sie beim Sattelgurt Anziehen, aber das mag sie offenbar nicht so besonders – wie übrigens viele Pferde. Die Reitlehrerin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich den Sattelgurt beim Ausatmen anziehen soll, was ich mit Blick auf die Nüstern versuche.

Auch das Zaumzeug ist schnell am Kopf, mit Hackamore einfacher anzuziehen als mit Trense. Ich nehme an, dass Serenata nun „weiss“, dass jemand reiten wird? Ich führe sie zuerst ein wenig am Zaumzeug durch das Viereck, sie ist gelassen und macht ihrem Namen wieder einmal Ehre 🙂

Dann sitze ich auf – dann beginnen die Probleme.

Serenata bleibt stehen. Serenata dreht sich im Kreis. Mal links herum. Mal rechts herum. Serenata zeigt mir den Mittelfinger, klar und deutlich.

Ich lasse mich aus der Ruhe bringen. Fange an zu schimpfen. Gar nichts geht. Die Kommandi von meinem Mann helfen wenig. „Treiben“, „Schenkel“, „den einen Zügel an den Hals legen“, ruft er. Ich verstehe nur Bahnhof. Aber Absteigen will ich auf keinen Fall. Mein Mann läuft vor Serenata her, sie hintendrein. Die Ohren zeigen ganz klar nicht auf mich. Er ist ihre Referenz, ihr Chef. Wo er auch hingeht, sie folgt. Dann bleibt er stehen, sie auch.

Eine Pensionärin schaut zu. Dank jahrelanger Erfahrung kann sie helfen. Wie ich die Richtungswechsel mit den Zügeln unterstützen kann. Auch sie geht vor uns her, auch sie ist für Serenata einzig zu beachten. So lange sie da steht, habe ich oben wenig auszurichten.

Alle müssen den Platz verlassen. So, und nun dreht Serenata die Ohren zu mir. Sie ist jetzt auf Empfang für mich. Nun geht es besser. Ich merke, wie sie den Schenkeln und Zügeln folgt. Ich merke auch, wie wenig es braucht, bis sie weiss, was ich wünsche. Ich darf also nicht „überdrehen“. Aber ich strenge mich an. Meine Aduktoren werde ich heute Abend wohl spüren 🙂

So ein bisschen aufs Pferd sitzen und dann läuft es – geschenkt. Serenata hat mich gründlich getestet. Die Pensionärin hat sich noch überlegt, dass Serenata bis jetzt immer den am Boden stehenden oder laufenden Menschen gefolgt ist. Wir haben mit ihr frei und an der Longe gearbeitet, und wir sind aufgesessen, aber haben entweder longiert – mit der Reitlehrerin – oder Serenata geführt. So folgt sie automatisch der Person am Boden und nicht der auf dem Rücken. Das muss sie nun auch noch wieder lernen. Ich freue mich jetzt mal über das gute Ende der Übung und auf die nächste!

Zaumzeug

Natürlich wollen wir nicht immer nur geführt mit Halfter auf dem Platz herumspazieren, der armen Serenata würde das ja furchtbar langweilig werden! Wir haben also mit dem Sattel auch ein Zaumzeug erworben, das die selben Kriterien erfüllt, wie der Sattel – s. Sattel 😉

Das Leder ist schön gearbeitet, in der Form passt sich der Zaum gut an den Pferdekopf an, drückt nirgends. Schliesslich, und das schreibe ich auch nicht zum ersten Mal, soll Serenata ja nicht weiter unter unpassendem Material leiden.

Ungelöst ist nach wie vor die Frage: Trense oder gebissfrei – und wenn gebissfrei, dann wie. Die Versicherung haben wir befragt, sie stellt keine Bedingungen und zahlt bei Unfall auf Ausritt so oder so. So fällt die Entscheidung uns zu. Je mehr Menschen ich dazu schon befragt habe, desto mehr Meinungen. „Sie stürzen vom Pferd, weil Sie es nicht bremsen können, aber dafür hat das Pferd intakte Zähne“ – das die Aussage eines Spezialisten. „Wenn sich das Pferd nicht bremsen lässt, nützt dir auch die Trense nichts“, bzw nur wegen der Trense lässt sich das Pferd eh nicht besser bremsen, finden andere. Am Zaum befindet sich im Moment ein Hackamore. Gehört nicht in Anfängerhände, habe ich vernommen. Aber gehört eine Trense in Anfängerhände? Guter Rat ist in diesem Fall, glaub ich, etwas teuer.

Sollten wir Tierwohl gegen Menschenwohl ausspielen? Eine solche Entscheidung mag ich nicht treffen. Was wohl IHR da draussen, ihr Pferdefreunde und -spezialistinnen so meint?

Ein Sattel!

Letzte Woche fuhr das Sattelmobil von Angelika Winzeler auf dem Hof auf. Angelika vertritt die Marke Iberosattel, mit der ich schon eine Weile geliebäugelt hatte, weil zu Serenata ja doch etwas Rassiges und Stilechtes passt 🙂

Bis jetzt war an einen Sattel ja nicht zu denken, weil Serenata sich noch so stark entwickeln würde, dass die Sattlerin alle paar Wochen hätte zum Anpassen kommen müssen. Wichtig war uns ja auch, dass das Modell, das wir wählen würden, laufend an die Entwicklung des Tieres angepasst werden kann – sonst sind wir gleich weit wie mit dem Modell, das mein Mann von Spanien hergebracht hat, und das wir nun leider irgendwie anderweitig einsetzen – Deko im Wohnzimmer oder so! Beim Spaniensattel schlagen sich die Expertinnen ja die Hände über dem Kopf zusammen. Die Wirbelsäule des Pferdes wird weder von der Länge noch von der Breite des Baumes her berücksichtigt, so dass der Sattel bei jeder Bewegung, besser gesagt sogar beim Stillhalten, drückt. Das wollen wir Serenata ja nicht weiter antun.

Die Sattelspezialistin hat nun die Wirbelsäule von Serenata ausführlich abgetastet und den Winkel vorne beim Rist genau ausgemessen. Dann hat sie das Modell, das sie mitgebracht hat, genau in diese Form gebracht. Schon beim Sattelauflegen hat Serenata nicht protestiert. Und dann sind wir damit spazierengegangen und sind aufgesessen, und Serenata hat nicht mit der Wimper gezuckt. Scheint also gelungen zu sein 🙂 🙂

Wir testen nun etwas Funktionales und Schönes (und warum auf das Schöne verzichten, wenn beides zusammen geht??).

Nach einem Jahr

Nun ist es genau ein Jahr her, dass wir Spanien verlassen haben und gespannt auf die Nachricht gewartet haben, ob wir Serenata erwerben können. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich meinem Mann von meinen Plänen erzählt habe, wo ich Serenata gern unterbringen würde, und wie ich die Zeit mit ihr verbringen würde. Ich war damals schon ganz froh, dass er mir zusagte mir zu helfen, sollten sich die potentiellen zu realen Verkäufern wandeln.

Als die Nachricht per whatsapp kam, sassen wir am Pool eines verträumten südfranzösischen Schlosses (wäre übrigens zu haben: http://www.chateau-lunac.com/ ), wo wir für drei Nächte reserviert hatten. Ein beschaulicher Ort mit wunderbar idealistischen charmanten Gastgebern und einem fantastischen Frühstück 🙂

Die Gastgeber hatten uns einen Champagner aufs Zimmer gestellt, den nahmen wir mit zum Pool und stiessen auf die aufregende Nachricht an. Wir würden schon bald ein Pferd besitzen – unter die Freude mischte sich natürlich auch etwas Gefühl von Gefordertsein. Wir würden sehr sehr viele Entscheidungen treffen müssen/dürfen. Und der Weg bis zu ihrem Eintreffen war noch weit. Dennoch, wir fühlten einfach eine ganz grosse Vorfreude!

Nach allem, was gewesen ist, wie Serenata aussah (siehe meinen Beitrag „Serenata ist da“), als sie ankam, wie lange es ging, bis wir uns aufzusteigen wagten, die körperlichen Probleme von Serenata – wir würden es wieder tun. Es geht ihr heute gut, vielleicht sehr gut. Sie ist schon recht gut trainiert, hat eine schöne Figur, scheint sich in der Herde zu behaupten, hat einen feinen Platz. Alles hat sich gut gefügt.

Waldspaziergang II

Mit dem geliehenen Sattel und Sattelgurt haben wir uns nun auf einen Waldspaziergang mit Aufsitzen aufgemacht. Eine liebenswürdige und sehr erfahrene Pferdebesitzerin hat uns mit ihrem Pferd dabei begleitet, so dass Serenata nicht ganz so aufgeregt war wie beim letzten Mal, als es mir nicht gelang, sie so weit ruhig zu stellen, dass ich aufsitzen konnte. Das lag auch daran, dass wir keine erhöhte Stelle gefunden hatten, die nicht wunderbar von Gras umgeben war und sofort Serenatas Fresstrieb weckte – und ich leider nicht vom Boden aufzusteigen in der Lage bin 🙂 (In Spanien hiess es: Wer nicht vom Boden aufsteigen kann, soll nicht reiten, ausser man hat die 60 hinter sich! So bin ich denn entschuldigt?!).

Diesmal bekam sie noch ein Extrafuder Heu vorab, sie liess sich wie immer ruhig und gelassen satteln und sie lief eigentlich ganz ruhig bis hinauf zum Wald. Auf dem Strässchen kann es sein, dass Kühe von der Weide an den Zaun rennen, was Serenata noch ängstigt, und deshalb fand ich es angemessen, erst beim Parkplatz im Wald aufzusitzen. Diesmal gelang alles gut. Serenatas Ohren wanderten zu mir und sie scannten den Wald in alle Richtungen, sie lief zügig, aber recht cool. Ich bin schon ziemlich stolz auf sie! Kein Hin- und Herzappeln, kein Quergehen, nur wenige Male ein kurzer Schnappversuch nach saftigem Gras. Sogar einen abgebrochenen riesigen Farnast, der quer über dem Weg lag, passierte sie nach kurzem Beschnuppern ohne zu zögern. Dafür bekam sie grosses Lob und anschliessend eine Weile Graspause. Für mich oben ein etwas seltsames Gefühl, ein grasendes Pferd unter mir, keine Zügel in der Hand…

Georg machte es auch sehr gut, er hat Serenata mittlerweile wirklich sehr gut im Griff, wehrte ihre Fressversuche mit der Peitsche entschieden ab und hielt sie in gutem Tempo. Ich half reitenderweise so gut ich kann nach, weiss aber nicht genau, was meinem Sitz und meinen Beinen zu verdanken ist und was Georgs ruhiger Hand. Langsam rückt die Möglichkeit einer Schrittrunde mit Begleitung näher. Brauchen wir nur noch das Zaumzeug zu testen, das Georg mitgebracht hat aus Spanien.

Waldspaziergang

Gestern sind wir am Morgen beizeiten zu Serenata, um mit ihr zu üben. Bei dieser Hitze ist es zwischen 11 und 17 Uhr nicht möglich, mit ihr etwas zu machen, wir suchen ja selber nur noch den Schatten und die Kühle. Die Pferde sind tagsüber im Stall, wo es recht angenehm ist für sie und dürfen während der Nacht auf die Weide.

Wir haben, der Insekten wegen, Serenata über und über mit Spray behandelt und die Fliegenmaske mitgenommen, vorsorglich. Dann ist Georg mit ihr zügig losgegangen, ich mit Sämi hinterher. An der Ecke zur Strasse gegen den Wald schoss eine Kuh auf der Weide gegen den Zaun, leichter Aufruhr, viel Schnauben, mehrere Ausfallschritte, aber doch recht schnelle Beruhigung.

Im Wald wählten wir einen neuen Weg, wo es weniger Bremsen haben soll. Schön kühl, wunderbares Licht, einfach wunderbar. Was sind wir privilegiert, an einem gewöhnlichen Wochentag spazieren wir einfach durch den Wald mit einem Pferd 🙂 Ich schnuppere schon mal am Rentnerinnenleben!

Ich übernehme die Führung und zuerst läuft alles ganz gut. Etwas Schwierigkeiten habe ich damit, dass Serenata immer gegen mich lehnt und ich muss noch üben, mir sie etwas vom Leib zu halten. Wir gönnen ihr bei einer kleinen Lichtung eine Pause und sie darf Gras nehmen. Gut trifft sich, dass in dem Moment eine Frau mit Hund uns kreuzt und Serenatas Aufmerksamkeit durch das üppige Gras abgelenkt wird.

Danach geht es über einen Weg am Waldrand, dicht bewachsen mit wunderbarem Gras. Serenata ist lanciert, wie eine Wilde reisst sie an mir herum, nur noch Gras überall, wohin das Auge blickt, das ist zu viel für sie. Ihr wildes Fressverlangen drückt voll durch. Bevor sie mich umwirft, übergebe ich Georg. Allerdings FRUSTRIERT. Ich kann ja nicht jedes Mal seine Hilfe beanspruchen, wenn das Pferd nicht mehr zu bändigen ist!

Wir beschliessen deshalb, auf dem gleichen Stück Weg zurück zu kehren, und ich will Serenata übernehmen. Mit der Peitsche halte ich sie davon ab, nicht nur zu fressen, sondern überhaupt schon nur daran zu denken, und wir meistern den Weg. Ich bin jetzt einfach streng!! Es ist kurz nach 8, und ich bin schweissgebadet vor Anstrengung. Aber es ist gelungen. Nach einer kurzen Erholung, in der Georg sie wieder übernimmt, beenden wir den Spaziergang gemeinsam, Serenata und ich. Die Kuh von rechts hätte mir gerade noch gefehlt, aber sie bleibt, wo sie ist. Ich bin ihr dankbar 🙂

Aufhören, wenn gut ist – für beide. Und ich dachte, so ein bisschen Spazieren mit Pferd sei nun wirklich keine Hexerei!

Longieren

Endlich, nach langem Suchen, haben wir einen Kappzaum gefunden, der dreifach gebrochen ist und so auf der Nase liegt, dass er nicht dauernd verrutscht. Ich bin froh, dass wir nun mit unseren eigenen Sachen üben können und nicht ständig Dinge ausleihen müssen, obwohl das von Seiten Stallbesitzerin überhaupt kein Problem wäre.

Nach deren Vorbild haben wir heute morgen 8 Pylonen in einem Kreis aufgestellt und Serenata an der Longe in Schlangenlinien darum herum geführt, mal innen herum, mal aussen herum, immer schön abwechslungsweise. Zuerst ist es schon eine Übungssache, die Longe schön zu führen, nicht daran zu ziehen und das Pferd nicht auf sich auflaufen zu lassen. Die Longe sollte nicht durchhängen, so dass das Pferd oder wir selber darauf stehen könnten und allenfalls zu Fall gebracht werden. Mit Hilfe der Gerte sollte das Pferd angetrieben und von sich fern gehalten werden, also von hinten „Gas geben“, vorn an der Schulter Abstand markieren 🙂

Wenn wir das vorgeführt bekommen, dann ist es geübt und eingespielt und sieht harmonisch und einfach aus, aber selber machen ist schon noch etwas Anderes! Geht man zu weit vor das Pferd, bleibt es stehen, geht man von ihm weg, kommt es hinterher. Sieht man dem Pferd auf die Hinterhand, dreht es ein. Und wenn die Signale nicht klar sind, kann Serenata ihrem Unwillen ganz schön Luft verschaffen.

Wir können uns nicht vergleichen mit jemandem, der das seit vielen Jahren geübt hat. Versuchen wir es also – eins ums andere – und heute ging es richtig gut. Zuerst versuchte ich es mit 4 Pylonen, um einen aussen herum, am anderen innen vorbei. Das ging so gut, dass Georg mir weitere 4 hinstellte. Wir hatten richtig Spass, ich glaube, auch Serenata hat es gefallen! Und sie hat so gut mitgemacht, obwohl den anderen Pferden in Sichtweite die Kraftfutterbeutel um die Köpfe gelegt wurden!

Gut sind wir dann damit, wenn wir es im Trab schaffen.

Funkstille

Nun habe ich eine Weile schon nicht mehr rapportiert, was wir mit Serenata tun und wie es ihr geht. Wir haben die Strahlfäule noch immer nicht im Griff, sind immer noch (nach Möglichkeit) jeden Tag dort, um die Hufe zu putzen und mit Gaze zu verstopfen. Es ist etwas elend, dass sich die Sache nicht bessert. Der Hufpfleger hat uns geraten, die Spalte nicht zu spülen, entgegen den gut gemeinten Ratschlägen von allen Seiten, mit Essig zu spülen, mit allerhand Mittelchen zu behandeln, denn bei genügend festem Stopfen sollte die Hornproduktion angeregt werden, dass die Spalte sich so schliessen wird. Bedingt aber, dass wir eben wirklich jeden Tag reinigen und stopfen. Puh.

Nach einigen Waldspaziergängen haben wir es dann mit Sattel versucht und Serenata ist brav gelaufen. Als eine Wandererin auf einem Baumstrunk ihr Picknick genoss und wir uns ihr von hinten näherten, war sie Grund für grosse Aufregung. Serenata fürchtete sich vor ihr, machte einen kleinen Sprung zur Seite und schnaufte laut und hastig. Es dauerte einen Moment, bis ihr klar war, dass das ein gewöhnlicher Mensch ist und keine Gefahr von ihm ausgeht.

Etwas Schwierigkeiten bereitet uns der Drang zum Fressen unterwegs. Wir haben versucht, ihr das Fressen an einer bestimmten Stelle und einen bestimmten Moment zu erlauben – das Gras ist ja so was von frisch und saftig! Allerdings nützt sie das aus und lässt sich kaum noch davon trennen. Da müssen wir uns in Klarheit und Strenge üben!

Inzwischen ist auch noch die Pferdechiro Serenatas Becken richten gekommen. Evtl. hat sie sich bei einem Sturz (ungebremster Galopp zur Weide 🙂 ) verletzt oder sich sonst irgendwie eine Blockade geholt. Wir haben einen Trainingsrückstand aufzuholen, da wir sie nicht zu fest belasten wollten. Nach grünem Licht der Chiro geben wir jetzt etwas mehr Gas.

Serenata hat das Arbeiten nötig, sie scheint viel Energie zu haben 🙂 das ist ja schön, aber manchmal etwas anstrengend, wenn sie subito zur Futterstelle drängt oder auf die Weide oder eben im Wald zum Gras. Vielleicht hat sie ja wirklich ein Trauma von Futtermangel am früheren Ort.

Gestern haben wir uns bereit gemacht, mit ihr im Wald einen Reitspaziergang zu unternehmen, haben sie gesattelt und mit Insektenspray eingedeckt. Blamablerweise fand ich dann aber keinen geeigneten Platz um aufzusitzen, wo nicht wunderbares Gras lockte. Keinen Moment stand sie still, die Bremsen machten sie tanzen (sie weiss ja nicht, dass das Mittel sie abhalten wird) und sie pöbelte uns dermassen an, dass ich es für gescheiter hielt, das Experiment zu verschieben. Im Fliegen bin ich schlecht, und das Risiko ist mir zu gross. Gescheiter noch einige Male auf Platz üben.

Aufsteigen

Georg hat von seiner Reitlehrerin einen Sattel ausgeliehen bekommen. Sie meinte, Georg könne ihn Serenata einmal aufsetzen und dann aufsitzen, ich könne Serenata ja dann führen und dann könnten wir schauen, wie sich der Sattel anfühlt und was Serenata dazu meint.

Als er mir das zu Hause erzählt hat, was war wohl meine Frage? Geht’s auch umgekehrt??!! Und so haben wir das gemacht. Ich möchte ja nicht, dass Serenata meine Aufregung und Unsicherheit spürt, aber die Verlockung war einfach zu gross 🙂

Der Sattel sitzt, wir können ihn einsetzen. Sie mag es langsam sicher aushalten, eine Person zu tragen. Und sie war ja vollkommen entspannt und gelassen. Sie hat auch besser auf meine Schenkel „gehört“ als auf das Führkommando von Georg. Ach, war das schön. Ich bin ja so erleichtert, dass meine ersten Versuche so gut geklappt haben.