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Khan bleibt, war das sein Wunsch?
Mein letzter Beitrag handelte von der Freude, für Khan eine passende Besitzerin und einen guten Platz gefunden zu haben.
Vor dem Transport wird eine tierärztliche Untersuchung fällig, in welcher der Gesundheitszustand des Pferdes festgestellt wird. O Schreck! Bei der Beugeprüfung bewegt sich Khan nicht mit der üblichen Leichtigkeit; es ist ein Lahmen festzustellen. Die Tierärztin empfiehlt eine Zweituntersuchung. Sie erwähnt auch, dass ein grösseres Problem als Ursache für das Lahmen vorliegen könnte. Unsere Käuferin ist genau wie wir perplex. Im Training war alles gut, kein Zeichen für ein Problem…. Nun, es ist klar, dass wir Gewissheit brauchen.
Eine zweite Untersuchung zeigt eine Besserung, aber immer noch einen unreinen Gang. So will die Käuferin das Pferd nicht übernehmen, was ich verstehe. Sie tritt vom Vertrag zurück.
Jetzt beginnen die Sorgen: auf der Fohlenweide sollte Khan nicht bleiben, dort wurde mit seinem Wegzug geplant. Wird sich Frank Baumann einverstanden erklären, Khan in seinen Stall, zu unseren Stuten zu stellen? Khan müsste für die Angewöhnung separat schlafen können und auf der Weide schrittweise an die andern Pferde gewöhnt werden. Das Ziel: unsere 3 zusammen im Stall. Frank hilft! Ein wichtiger Schritt. Andrea, zum Glück aus den Ferien zurück, macht den Transport. Schön, wie Khan das Gelernte einwandfrei umsetzt und den Transport ruhig erlebt. (Leicht sediert, ein bisschen am Träumen, zur Sicherheit).
Er wird auf der Weide separat zu unsern 2 gestellt. Farah zeigt ihm sofort an, dass er hier nichts zu bestimmen hat. Serenata kennt ihren Sohn offensichtlich nicht mehr.. aber sie lehnt ihn nicht ab. Im Gegenteil: nach Kurzem grasen sie nebeneinander. Ein herrliches Gefühl für mich. Farah hält Distanz. Bleibt aber ruhig. Es hilft, dass die Weide riesig ist und sich die Pferde aus dem Weg gehen können.
Schon bald scheinen unsere 3 vertraut. Dass zuerst Serenata und dann Farah rossig werden, hilft sicher. Farah und Khan sind jetzt viel beisammen und gestern durfte Khan zum ersten Mal in seinem MiniHarem übernachten. Wie es am Morgen schien, zur allseitigen Zufriedenheit. Jetzt sind die Glücksgefühle bei mir überwältigend.
So ein Glück im Unglück.
Und was dazukommt, um das Glück perfekt zu machen: die letzte tierärztliche Untersuchung bescheinigt Khans Gesundheit!
So starten wir beruhigt in die Ferien; zwar steht Khan nicht bei seiner neuen Besitzerin; aber alles hat sich perfekt ergeben und wir haben die zusätzliche Zeit mit Khan genossen. Ich freue mich auf die weitere Zeit mit ihm und weiss, dass unser Grosser einen guten Platz finden wird.
Ob auch er einfach am liebsten gleich bleiben wollte? Leider gibt es diese Option langfristig nicht… aber einige weitere Wochen in Ausbildung bei Andrea sind ganz und gar nicht schlecht, darauf darfst Du Dich freuen, Khan!
Was bei Farah läuft
Nachdem wir den Abgang von Martine zur Kenntnis genommen und uns eine Verschnaufpause gegönnt haben, konnten wir wieder auf die Suche nach einer Reitbeteiligung gehen. Es haben sich schnell einige Frauen gemeldet. Allerdings: Es ist schon interessant festzustellen, wer sich als „gute Reiterin“ bezeichnet. Und so gestaltete sich das Ganze als gar nicht so einfach.
Eine Weile dachte ich, wir suchen gar niemanden mehr, eigentlich kann ich es nach der Pensionierung ja ganz gut allein machen. Dann meldete sich eine wirklich gute Reiterin und sympathische Frau, mit der ich mir die Partnerschaft gut vorstellen kann und mit der sich diese mittlerweile sehr gut anfühlt. Und eine zweite, die eigentlich eine Reitbeteiligung hatte, jedoch mit einem Pferd, das gar nicht so gut mit ihr zusammenpasst – und die nun besser zu Farah passt, ist auch mit im Stall. Wenn mein Mann und ich bald für eine längere Reise aufbrechen, habe ich nun ein sehr gutes Gefühl, dass Farah gut betreut und geritten und trainiert wird.
Andrea, Trainerin und Reitlehrerin, ist die richtige Fachperson, um sich dem Galopp-Training anzunehmen. Wenn Farah den Rücken steifmacht, bringt das einfach nicht viel und macht für Reiterin und Pferd zu wenig Freude. Ein Thema, das bisher nicht wirklich zufriedenstellend angegangen wurde.
Nun ist auch Khan in unserem Stall eingetroffen. Das ist für Farah Aufregung pur. Sie ist so rossig, wie ich sie noch nie gesehen habe 🙂 Sie zieht immer zu Khan und beschnüffelt ihn ausgiebig. Sie beide quieken sehr verliebt und Khan sucht Farah auf der Weide, wo sie bereits zusammengeführt wurden. Seine Zukunft ist noch offen, er ist sehr aufgeweckt, sucht sehr anständig Anschluss und es sieht so aus, als sei er schon richtig zu Hause, nach wenigen Tagen.
Training und Abschied von Khan
Die Zeit seit meinem letzten Beitrag haben wir mit Andrea Heller fleissig genutzt. Khan ist ein guter, gelehriger Schüler, der seine Sache gut macht. Andrea lässt ihn sorgfältig und geduldig lernen. Gibt ihm die nötige Zeit zum Nachdenken und macht nicht unnötig Druck.
Wir haben überall online Inserate/Beiträge plaziert und Khan, so scheint es, hat seine neue Besitzerin gefunden. Er gefällt ihr und sie gefällt ihm! Vor den Sommerferien von Andrea haben wir mit ihr abgemacht und nächste Woche werden wir alles Nötige besprechen. Da wir Mitte Oktober längere Ferien planen, wird Khan nun also vorher in einen Profi-Stall gezügelt, wo er beritten werden soll. Ich habe ja von Anfang an gewusst, dass er nicht bei uns bleiben kann; doch wenn ich dieses schöne, rassige Pferd heute betrachte, möchte ich ihn zu gern einmal reiten können! Mit seinen schönen Gängen wird er seiner neuen Eugentümerin viel Freude machen…
zur Zeit arbeitet Andrea wieder – nach den Ferien – am Verladen. Die Fortschritte sind gut. Bis zur Abreise soll das Verladen gefestigt sein, damit er nicht nochmals schlechte Erfahrungen machen muss.
Serenata geht es weiterhin sehr gut. Übungen auf Platz macht sie entspannt und willig und geniesst mein Lob. Dank Anetts Pflege ist sie auch (meist) ein schöner Schimmel und nicht mehr ein Simmentaler-Fleckvieh…
das Ausreiten war den ganzen Sommer lang eine wahre Freude. Früh aufstehen aber die Bedingung, da die hohen Temperaturen und die vielen Fliegen sonst die Pferde leiden lassen. Ich bin zum Glück ein Morgenmensch und der frühe Morgen ist für mich immer ein highlight.



Serenata geht es gut und Khan wird gebremst
Wir haben -für ReiterInnen- fantastische Wochen erleben dürfen: das Ausreiten hat so viel Spass gemacht. Das Wetter war nicht zu kalt und nicht zu heiss, der Niederschlag hat sich in Grenzen gehalten, es war einfach toll. Serenata macht mir immer wieder Freude. Am meisten geniesse ich den Ausritt allein mit ihr, da darf sie auch richtig Gas geben. Mit Farah zusammen reiten wir gemächlicher, schon nur um Sämi zu schonen, der das Alter immer stärker spürt, trotz Physio und neuerdings auch einer kleinen Dosis Schmerzmittel jeden Tag.
Bei uns haben sich Änderungen ergeben; Anett hat sich als meine RB sehr gut bewährt; Serenata reagiert gut auf Anett und Anett fühlt sich gut mit Serenata. Dazu muss man bemerken, dass es Anett gelungen ist, mit viel Geduld und Zeit die Nähe zu Serenata zu finden. Sie betreut Serenata nun 2 x in der Woche und hat mit pflegen und spazieren angefangen. Heute geniesst sie den Ausritt und fühlt sich sicher. Ich freue mich sehr, in Anett eine zuverlässige, liebenswerte und gefreute RB gefunden zu haben!
Weiterhin kommt Gaelle einmal die Woche. Ab und zu ist es ihr aber nicht möglich, da sie im Studium ihre Verpflichtungen hat. Da ich aber auch 3 – 4 x im Stall bin, ist Serenata sehr gut betreut. Daneben freut sie sich auf die Weide, wo sie sich austobt und ausgiebig futtern kann.
Khan hat sich vor einiger Zeit beim Spazieren aufgelehnt. Er wollte nicht mehr spazieren, stand einfach still. Und als ob das nicht genug wäre, hat er sich zur Wehr gesetzt und mich mit wilden Bocksprüngen und Steigen mit den Vorderbeinen ziemlich gefordert. Ich habe meine Grenzen erkannt. Jetzt will er eine professionelle Führung. Ich möchte keine Fehler machen, so toll wie er bisher war. Ein liebenswerter, fröhlicher, williger Junghengst soll nicht durch falsches Verhalten verteufelt werden. In Andrea Heller habe ich die geeignete Person gefunden.. Sie nimmt ihn beim Stall in Landerswil auf den Roundpen. Bringt ihm zuerst Distanz und Anstand bei. Die erste „Stunde“ , 30 Minuten, bestand nur aus geduldigem Aufzeigen seiner Grenzen. beim zweiten Mal fügte sich Khan bereits nach 2 Minuten 40. Er liess sich schön führen und kontrolliert frei Traben. Es folgten das Parkieren an der Aufstiegshilfe, das Longieren, das Auflegen von Pad mit Sattelgurt, das Aushalten einer hüpfenden Andrea neben sich, das Aushalten eines Beines auf dem Rücken und letztlich das Einsteigen in den Hanger – ein Trauma seit der Züglete von Matzenried nach Landerswil. Andrea behält die Ruhe und Geduld. Step by Step lernt Khan zu vertrauen und macht seine Sache schon sehr gut. in einer Woche ist es voraussichtlich soweit, dass er zum ersten Mal einen richtigen Sattel auf dem Rücken spüren darf.
Gestern wurde Khan gelegt, kastriert. Ich habe ihn noch gepflegt, übernommen haben ihn dann Nora Erb und die Tierärzte vom NPZ, Beat Wampfler und Nadia. Sediert wurde er in den Laufstell geführt, dort zum Schlafen gebracht und liegend operiert. Mit viel Erfahrung haben die Drei die Ops durchgeführt. Beim anschliessenden Rausch-Ausschlafen hat Khan zum Träumen leicht geschnarcht, bis er nach einer Weile mit einem Satz aufsprang. Hat er wohl einen dynamischen Traum geträumt ? Selina vom NPZ hat ihn dann zum definitiven Aufwachen am Halfter gehalten.
Leider folgt dann der traurigste Teil: das Inserieren, das suchen nach einem/einer neuen Besitzer/Besitzerin. Natürlich weiss ich und war es von Anfang an klar, dass Khan nicht bei uns bleiben kann. Die knapp 3 Jahre mit ihm waren aber bereichernd und schön. Das Aufwachsen und die Entwicklung mitverfolgen zu können war fantastisch und ich bereue den seinerzeitigen Entscheid, Serenata zu decken, keine Sekunde!
Es nimmt alles seinen Lauf
Viel Zeit ist vergangen seit meinem letzten Eintrag hier in diesem Tagebuch. Ich hielt mich eine Zeit lang zurück im Hinblick auf die mögliche Leserschaft dieses Blogs.
Es geht uns gut. Dies mal vorab. Noch immer bin ich überglücklich über den Umzug in den neuen Stall und die Lösung, dass Farah und Serenata zusammen ein Abteil bewohnen dürfen. Das Schlagen und Treten von Farah gegen eine andere Stute hat damit aufgehört. Sehr nerven- und budgetschonend! Die Hufpflege hat sich eingespielt. Das Ausreiten direkt ab Hof ist einfach traumhaft. Georg und ich geniessen den freien Auslauf mit Sämi, und unsere zwei Pferde sind richtig gut aneinander gewöhnt.
Martine, die mehrjährige Reitbeteiligung hat sich entschlossen, uns zu verlassen. Das gibt mir zu denken und macht mich traurig. Ich konnte mich auf sie verlassen, sie war liebenswürdig mit Farah und doch konsequent, wenn ich verreist bin, war sie da. Und nun hat sie sich entschieden, sich nur noch beim früheren Stall zu engagieren. Da sind ihr erst eins, dann noch ein zweites Pferd „angewachsen“. Es scheint mir die Sache mit dem kleinen Finger und der ganzen Hand (dem ganzen Arm) zu sein. Wir wurden aus diesem Stall rausgeworfen mit der Begründung, wir würden Reitbeteiligungen abwerben. Ich achte diesen Ethikcodex auch – wenn er für alle gilt und für alle gleich interpretiert wird. Unfein ist, wenn andere ihn vehement vertreten und dann für sich selbst eine Ausnahme machen.
Der Spagat von Martine zwischen den zwei Ställen hat mir – ganz ehrlich – nie gepasst. Und doch habe ich ihn toleriert, fand es unwürdig, Druck aufzusetzen. Wir fangen das neue Jahr also mit – hoffentlich – jemand Neuem an und sind gespannt, wen es uns schenkt. Tolle Hilfen haben wir schon gewonnen, ein neues Netz aufgebaut. Uns auf der Basis des Gelernten weiter entwickelt. Und uns nun vollständig unabhängig gemacht von der früheren Situation. Das sehe ich sehr positiv.
Herbst!
noch bin ich mit meinem operierten Knie nicht glücklich: Aufstehen und Drehbewegungen schmerzen mehr oder weniger. Aber der Hundespaziergang ist auch ausgedehnt schmerzfrei möglich. Und das Reiten? Das ist das Herrliche: ich geniesse das Reiten in vollen Zügen und wie es mir entspricht, immer etwas am Rand der Vernunft. Meine Physiotherapeutin hat mir geraten, auf den Körper zu hören. Leider meldet dich dieser aber meist erst am „Tag danach“ ☺️, was bedeutet, dass ich mich ab und zu schonen muss. Aber verglichen mit der Freude am Arbeiten und am draussen auf dem Pferd „fliegen“ ist es das mehr als wert.
ich trainiere Serenata regelmässig suf unserem Reitplatz, damit sie die verlorene Bemuskelung wieder aufbaut. Es ist wie früher: ich habe Freude an meiner willigen, motivierten Schülerin. Vieles habe ich ja bei Daniela gelernt, was mir Sicherheit und Ruhe gibt. Eine deutlich längere Longiergerte für gewisse Übungen hat sich auch sehr bewährt. Neu haben wir eine Reitlehrerin zur Seite, die uns bei unserer Arbeit unterstützt. Ich spüre beim Platzreiten, aber auch draussen im Wald, wie Serenata viel mehr die Kraft aus den Hinterbeinen einsetzt. Es fühlt sich anders, besser an, sie so zu reiten.
heute habe ich einen wunderschönen Herbstmorgen mit Serenata und Sämeli erlebt! Susanne ist in der Türkei und bestaunt eindrücklichste Kultur. Mir war die Reise mit vielen, langen Transfers einerseits zu anforderungsreich; zum zweiten und dritten aber hätte ich für mein Knie zu wenig Bewegung gehabt und hätten die Fortschritte mit Serenata gelitten. Ich reite war Serenata im Wald zügig und in allen Gangarten, versichere aber Sämeli, dass wir auf ihn warten. Er trottet uns nach und kennt das Spiel mittlerweile. Und Serenata? Sie ist so herzig: nach längerer Trab- oder Galoppstrecke nahm ich sie jeweils in Schritt und sagte zu ihr: „so wir warten auf Sämi „, liess sie 180 Grad wenden und warten. Mittlerweile, zurück im Schritt, sage ich nur noch “ wir warten“ und schon dreht sich Serenata und hält Ausschau nach ihrem Begleiter!



