Neue Freundin
Für Serenata stellt sich immer mehr Normalität ein. Sie bewegt sich in der Herde sicher und gut, sie scheint da gut aufgehoben zu sein. Wenn die Gruppe in den Laufstall strömt, sei Serenata hinter der Leitstute immer als zweite in der Fressbox. Sie macht nicht mehr so einen aufgeregten Eindruck, wenn sie Essen sieht/riecht oder wenn die anderen in den Stall laufen und sie mit uns draussen auf dem Viereck bleibt. Ausnahme bildet nur der Futtersack mit einem Getreidemix, der ihr fast den Verstand raubt 🙂 Wenn die Stallhelferinnen mit der Garette, voll beladen mit Futtersäcken, aus dem Depot herausfahren, ist kein Halten mehr. Es fängt eigentlich schon an mit der Aufregung, bevor die Garette erscheint, einfach weil alle „wissen“, dass es Zeit ist dafür. Da ist ein Geschnaube und Gescharre, ein hin und her Wuseln, alle stecken sich gegenseitig an. Muss ja Suchtpotenzial haben, das Zeug!
Es sind zwei neue Pensionspferde angekommen, sie werden noch getrennt von der Herde gehalten, aber allmählich integriert. Eines davon ist eine Araberstute, weiss, sehr zierlich. Auch sie wird nun aufgefuttert. Am Nachmittag werden sie und Serenata zur Heuraufe geführt und von den anderen getrennt. So können sie in Ruhe mehr fressen. Die Abtrennung zwischen den beiden ist schon schnell nicht mehr nötig gewesen. Die zwei mögen sich! Auch nachher, wenn Serenata im Laufstall ist und die weisse Araberstute gleich nebenan, läuft Serenata immer wieder zu ihr, und die zwei grüssen sich.
Nun haben wir etwas ziemlich Befremdliches gehört. Die weissen Pferde zieht es zueinander. „Wissen“ Pferde, dass sie weiss sind? Macht es ihnen irgend etwas aus, welche Farbe sie tragen? Haben sie ein Bewusstsein dafür? Der Begriff Rassismus ist gefallen. Sehr sehr seltsam. Mich befremdet dies sehr. Ich halte es für unsinnig, menschliche Kriterien auf Pferde zu übertragen. Zum Glück kann der Mensch die Pferde nicht indoktrinieren –
Nur ruhig bleiben
Das Pferd sei der Spiegel deiner selbst, habe ich während meiner Arbeit mit Serenata erfahren. Als ich sie in der freien Bodenarbeit mit der Geisel antreibe, läuft sie langsam und gemächlich, steht fast still, scheint keine Lust zu haben, etwas Dampf zu machen und Daniela sagt mir, ich solle aus meiner Deckung kommen und Energie übertragen. Warum haben nur immer alle das Gefühl, ich sei die Ruhe selbst und lasse mich durch nichts aus der Deckung locken??
Letzten Montag jedenfalls war alles anders. Mir stand eine Sitzung bevor, die mich beunruhigte, ich hatte mich schon tags zuvor und am selben Tag tüchtig aufgebaut, um vermeintlichem kommendem Widerstand etwas entgegenhalten zu können. Bei Serenata fing es schon damit an, dass sie mitten im Morast stand und ich keine Lust hatte dort hineinzustehen, um sie aufzuhalftern. Wie immer mit einer oder zwei Händen zu wenig trug ich das Halfter, den Führstrick und die Peitsche, öffnete die Teile des Elektrozauns und hatte diese auch noch in der Hand. Serenata drängte sich sofort an mir vorbei mit Blick auf die Fressgelegenheiten, sie war kaum zu bremsen. Erster Fehler: Ich liess mich von ihr wegdrängen und Aufhaltern geriet zum Nahkampf! Nur ruhig bleiben, rief die junge Praktikantin zu mir herüber. Gut gesagt, Mädchen…
Auf dem Platz begann ich mit der langen Peitsche mit ihr zu arbeiten. Sie war kaum zu bremsen, sie trabte und galoppierte um mich herum, zwei Mal zeigte sie mir ihren Hintern und schlug ihre Hinterbeine gegen mich aus. Das war schon fast etwas beängstigend! Übertrug ich dermassen Energie auf sie, dass sie sich kaum noch halten konnte? Mit einiger Mühe hielt ich sie davon ab, sich gegen mich einzuwenden, indem ich heftig vor ihrer Schulter auf den Boden schlug. Nach einigen Minuten fühlte ich leichten Schwindel und versuchte sie zu bremsen, indem ich ausatmete. Das war noch zu wenig und Serenata setzte ihre Runden um mich herum fort, als hätte ich nichts befohlen. Auch Peitsche senken nützte im Moment noch zu wenig. Ich fühlte meine eigene Erregung und fragte mich, wie das herauskommt, wenn ich sie nicht mehr bremsen kann. Als ich dann die Peitsche vor mich – um sie davon abzuhalten, direkt auf mich loszustürmen – auf den Boden legte, noch einmal gründlich und hörbar ausatmete und mich in der Schulter leicht einrollte und abdrehte, kam sie auf mich zu. Ihre Nüstern waren gebläht und feucht, sie atmete schwer und schnell. Aber sie schleckte.
Als wollte sie fragen: Was ist eigentlich heute mit dir los? Geht’s noch?
Sie folgte mir schön auf Schlangenlinien über den Platz. Stand auf Kommando still. Liess sich problemlos rückwärts richten. Neigte wunderschön den Kopf unter meiner Hand. Alles noch mal gut gegangen. Und ich habe meine Lektion auch gelernt. In einer solchen Verfassung gehe ich nicht mehr an sie heran.
Das Mash dürfte sie mehr als üblich genossen haben 🙂
Ausser Haus und Hof
Gestern ist es für Serenata und mich so weit, wir unternehmen den ersten Spaziergang ausser Haus und Hof. Eigentlich wollten wir ja wieder Führübungen auf dem Platz machen, aber möglicherweise wird das der munteren, aufgeweckten Serenata langsam etwas langweilig? Eine ehemalige Praktikantin auf dem Hof will mit ihrer Badia in den Wald und lädt uns ein, sie zu begleiten.
Wir geben uns Mühe, Serenata ansprechend herauszuputzen und statten sie mit einem Knotenhalfter aus, mit dem wir sie feiner, aber bestimmter führen können als mit dem Halfter, das sie bei den Übungen auf dem Platz trägt. Auch der Strick soll so beschaffen sein, dass wir ihn gut in der Hand haben. Dann geht es los, Badia voran, wir hinterher.
An die Strasse grenzt eine Weide, und schon kommt die erste Herausforderung: Die Pferde auf dieser Weide wiehern und traben dem Zaun entlang, sind aufgeregt und machen Betrieb. Serenatas Schnaufen ist nah an meinem Ohr gut hörbar, die Nüstern gebläht, sie ist aufgeregt und will sich in Richtung der Pferde ausrichten, ihre Hinterhand zeigt gegen die Strasse, derweil ich hinter mir meinen Mann und Sämi, unseren Hund sehe, die sich mitten auf der Strasse bewegen, ein Auto fährt herzu, etwas Unruhe und Aufregung kommt auf. Mein Kraftaufwand ist nicht gering, Serenata auf den Weg zu bringen, dabei habe ich noch nicht wirklich erfasst, wie ich das mit dem Halten und dem Einsatz der Gerte handhaben soll. Irgendwie eine Hand zu wenig? Zu fest auf mich konzentriert? Schon nahe am Krampf mit der linken Hand 🙂 ?
Meister fallen nicht vom Himmel, ich bin da in guter Gesellschaft und lasse mir von der erfahrenen Pferdehalterin zeigen, was ich in welcher Hand halte, wie ich die Gerte einsetzen kann, und das heisst nichts anderes, als dass ich klare und bestimmte Signale geben muss. Weiter auf der Strasse bis in den Wald geht es ganz gut, ab und zu bleibt Serenata stehen und schaut sich in der Gegend um, Autos fahren an uns vorbei, von vorn und von hinten, alles kein Problem. Auch die beiden Kinder, die uns entgegen kommen, werden nicht besonders beachtet.
Im Wald darf ich dann die Führung übernehmen, Badia und ihre Besitzerin gehen hinter uns, damit sie mich beobachten kann. Serenata geht an Holzstapeln vorbei, an abgebrochenen Stämmen und Beigen von Zweigen. Von Spanien kennt sie keinen Wald wie diesen, aber sie ist munter und gelassen, „serena“ eben.
Etwas Mühe macht mir, dass sich Serenata recht nah an mir bewegt, einmal streift ihr Fuss den meinen. Ich versuche, sie mit dem Arm auf Distanz zu halten, wie es mir gezeigt worden ist. Dann meint sie, sie könne anhalten und grasen am Wegrand – und das darf ich ihr nicht erlauben, aber wie machen, wenn das starke Tier den Kopf nicht mehr heben will? Nach einer Weile übergebe ich mal an meinen Mann.
Wir üben noch Tempiwechsel, schneller und langsamer gehen, anhalten, ein-zwei Schritte zurückgehen. Alles gut. Wenn ich schnell gehe, dann ist unser Tandem in Harmonie. Beim langsam Gehen ist sie mir immer leicht voran. Ich muss sie mit der Gerte bremsen. Sieht alles einfach aus, aber selber machen braucht noch viel Übung – von beiden Seiten.
Wir kommen heil und gut zurück. So toll! Fürs erste bin ich sehr zufrieden!
Neues Problem
Serenata leidet an Strahlfäule in der mittleren Strahlenfurche, das ist eine bakterielle Erkrankung des Strahls, eines Teils des Hufs. Der Hufschmied hat sie untersucht, weil wir noch nicht wissen, ob wir Serenata mit Hufeisen ausstatten oder sie barhuf lassen wollen. Nun sollen wir an dreien ihrer Hufe zuerst mit Gaze ausputzen und dann Gaze in die offene Stelle, d.h. in die mittlere Strahlenfurche, stopfen, so dass sie austrocknet – und das jeden Tag. Strahlfäule ist auf mangelnde Hufpflege zurückzuführen und führt im schlimmsten Fall zu Lahmheit…
Da Serenata noch gerade nicht so unkompliziert den Huf hebt und uns in der Hand lässt, gerät das Ganze zur Gedulds- und Machtprobe. Immer wieder sind wir froh, dass Daniela gegenwärtig ist und hilft. Wir haben auch gesehen, wie streng sie werden kann, wenn ein Pferd sich auf einen Machtkampf einlassen will. Vielleicht gibt sie ja das Bein, aber sie lässt sich bitten, und wenn es ihr reicht, will sie es sofort abstellen. Sie kann auch voll auf einen drauf liegen, wenn sie ein Bein hebt, und das kann gefährlich werden. Das wollen wir auch lernen, uns durchzusetzen. Es braucht schon Mut und auch Kraft, das Bein in der einen Hand zu halten und mit der anderen Hand im Strahl herumzustochern, während Serenata mit allen Mitteln versucht, ihren Huf wieder auf den Boden zu bekommen. Mein Mann hat ja schon eine Erfahrung mit einem Schlag an die Augenbraue und keine Lust, diese zu wiederholen.
Auf dem Platz haben wir weiter geübt, Serenata fortzuschicken und sie dann zu uns kommen zu lassen. Ich bin immer sehr berührt, wenn ich ihre Nase an meiner Schulter fühle und sie dann bereit ist, mir in Schlangenlinien durch das Viereck und um die Kegel herum zu folgen. Es erfüllt mich mit Wärme und Wohlgefühl, mit Serenata zusammenzusein und mit ihr zu arbeiten.
Ich habe wieder mit dem Gedanken gespielt, einen Reitversuch zu unternehmen. Vielleicht nicht gerade auf Serenata, die immer noch verunsichert ist und sich nur mit grossem Widerstand von der Herde trennen lässt, in der sie noch immer ihr Plätzli sucht. Die eine Stute ist jetzt nicht mehr da, an deren Stelle neu ein freundlicher Riese von einem Wallach. Die Rangspiele werden also noch andauern. Insgesamt geht es Serenata aber auf jeden Fall schon viel besser 🙂
Fitness
Die Maus oder der Hamster, Danielas liebevolle Übernamen für Serenata, hat eine letzte Kontrolle der Tierärztin überstanden. Nun darf richtig trainiert werden! Mit der Arbeit an der Longe werden die Muskeln aufgerufen, welche bisher gefaulenzt haben. Huh. Nach dem ersten Training, das die Maus willig, aufmerksam und erfolgreich absolviert hat (offensichtlich kannte sie Longenarbeit nicht), meldete sich der Muskelkater und eine Maus mit Kater, das kommt nicht gut. Steif begann das 2. Training. Doch bald kam unser Hamster in Fahrt.
Auch wir beide bekommen jetzt die Möglichkeit, mit der Longe zu arbeiten. Gar nicht so einfach, mit Longe und Gerte souverän zu leiten, das haben wir erfahren. Aber es macht riesig Spass und auch bei uns Beiden ist Serenata voll dabei, wie schön !
Serenata wurde übrigens auf der Weide und im Auslauf mit ihren Kolleginnen zusammengeführt! Das vorsichtige Vorgehen mit Haltung in der Box, aus der Serenata ihre Pferdefreundinnen sehen und beschnuppern konnte, auch der Kontakt auf der Weide, zuerst durch eine Absperrung abgefedert, hat sich gelohnt. Die Pferde haben sich gut gefunden. Nachts bleibt unsere Stute noch in der Box, denn noch immer wird sie aufgefuttert!
Üben, üben, üben
Die letzten zwei Male haben wir mit Serenata am Abend geübt. Zuerst ist die Wallach-Gruppe vom einen Teil des Vierecks in die Ställe getrieben worden, dann die Stutengruppe von der anderen Seite des Vierecks in den Gruppenlaufstall. Serenata sah die Pferde alle verschwinden (zum Fressen, das weiss sie genau!!) und sich allein auf dem Viereck und geriet in Panik. Sie raste hin und her mit Vollstop vor dem Absperrband, sie geriet so ins Schleudern, dass sie auf dem noch gefrorenen Teil des Vierecks ausrutschte und voll auf die Seite knallte. Puh, uns blieb grad kurz die Luft weg, aber sie war sofort wieder auf den Beinen. Wir befanden uns ausserhalb des Vierecks und wussten grad nicht so recht, wie mit diesem wilden Tier umzugehen sei.
Erst als Daniela das Viereck betrat, beruhigte sie sich, und dann war sie recht brav. Das Longieren scheint sie nicht zu kennen, Daniela hat es zuerst mit dem Halfter eingeleitet, der Kappzaum folgt später. Longieren werden wir brauchen, um ihre Muskeln aufzubauen.
Die Panik entstand, weil alle Pferde das Sichtfeld verliessen und Serenata allein auf dem Platz, innerhalb der Absperrung, bleiben musste. So fühlte sie sich allein und verlassen. Wir hätten in die Mitte des Vierecks stehen sollen, das hätte ihr Sicherheit gegeben. Wer von uns will das wohl machen, flachst mein Mann… Wenn Serenata so buckelt und mit den Hinterbeinen ausschlägt, ist sie nicht mehr das sanfte Wesen, das ihre Augen spiegeln. Dann ist sie eher ein wilder Mustang 🙂
Die nächste Zeit wird es darum gehen, Vertrauen aufzubauen. Gestern sind wir wieder um die gleiche Zeit mit ihr aufs Viereck, nachdem wir sie zum Putzen an den Anbindeplatz gebracht haben. Die eine Flanke war von ihrem Sturz noch ganz verkrustet. Nacheinander wurden die Wallache und die Stuten in die Ställe gebracht, wir liessen Serenata diesmal nicht allein auf dem Viereck, und sie war sanft und hängte sich an uns dran. Brav lief sie hinter uns her, zuerst hinter Georg, dann hinter mir. Sie sucht ihren/ihre Menschen. Langsam lernen wir uns kennen, und auch wir üben, üben, üben.
Führübungen
Georg übt mit Serenata, danach darf ich mit Ecume, Danielas bildschöner Jungstute, meine ersten Bodenarbeitsversuche machen. Sie ist erst fünf, aber sie weiss schon etwas besser, was von ihr erwartet wird. Ich habe ja von Bodenarbeit keine Ahnung, mache das zum ersten Mal. Also ist sie wohl gespannt, ob das mit mir gleich läuft wie mit Daniela.
Ich lerne, wie ich die Arme halten und die Gerte einsetzen soll. Mit Blick auf Ecumes Hinterhand treibe ich sie, und sie fällt in einen flotten Trab. Die Geschwindigkeit lässt sich regulieren – aber wie? Peitsche oben/unten, Druck auf Hinterhand erhöhen/senken. Wegschicken geht ganz gut, auch im Kreis wenden und sie zu mir holen geht gut, sogar rückwärts einige Schritte machen funktioniert. Ecume hat allerdings gern ihre Nase ganz an mir dran, knabbert an meinem Ärmel und schnauft mir in die Ohren, und ich „stüpfe“ sie immer wieder ein wenig von mir fort.
Etwas schwieriger wird es mit den Kegeln. Das kennt auch Ecume noch nicht. Wir versuchen Slalom um diese Dinger, aber erst muss sie sie alle abschnüffeln. Auf eine Seite geht richtig gut, ich bin ganz erstaunt, wie sie mir folgt. Andersherum laufe ich in sie hinein – oder sie in mich, da wissen wir voneinander nicht so recht, wie das gehen soll. Daniela hilft und zeigt mir, wie ich sie stoppen und vor ihr durch die Seite wechseln kann. Wenn ich Ecume vorausgehe und meinen Kopf auf ihre Hinterhand richte, gelingen uns kleine Kreise um einen Kegel herum. Ganz ohne Worte, nur mit Körpersprache.
Wir schliessen einige Führübungen mit dem Führstrick an. Wenn Ecume an der inneren Seite geht, bin ich langsamer und sie kann mich überholen. So landen wir vor dem Zaun und bringen keine Linkskurve hin. Ich muss noch lernen, sie zu bremsen und vorausschauend auf ihre Aktion/Reaktion zu handeln.
So kann ich mich schon mal mit dem Pferd beschäftigen ohne zu reiten. Ich bin glücklich darüber und fühle mich wunderbar. Das macht wirklich Spass :)! Und Ecume ist nach einer halben Stunde etwas unkonzentriert und scheint nicht mehr so richtig zu mögen. Wir hören mit einem Erfolgserlebnis, einem Kreis rund um einen Kegel, auf. Und natürlich gibt es eine wunderbare Leckerei zur Belohnung für Ecume 🙂
1. Lektion
Wir sind nun gespannt auf das Training, das wir ja jetzt starten können. Wir denken, Serenata ist bereit dazu und es geht zum ersten Mal auf den Trainingsplatz. Wieder ein neues Umfeld für Serenata, entsprechend aufgeregt ist sie. Sie weckt auch die Neugier der Stutenherde nebenan, die Tiere beschnuppern sich eifrig!
Serenata neigt zum Pöbeln, wenn sie aufgeregt ist und nicht recht weiss, was und wie sie soll, was von ihr erwartet wird. Daniela weiss es allerdings umso genauer 🙂 Nachdem sie ihr erlaubt hat, die Stuten und Stutfohlen zu begrüssen, schickt sie Serenata erst mal weg von sich – und die schwingt die Hinterhand in die Luft und schlägt erst mal kräftig aus – in sicherem Abstand zu Daniela, allerdings. Zum Glück ist sie wenigstens so rücksichtsvoll und anständig.
Wir beobachten genau, wie und wohin Serenata die Ohren richtet, erst wendet sie das innere Ohr Daniela zu und scheint sich langsam annähern zu wollen. Als sie anfängt zu schlecken, wissen wir, sie will zusammenarbeiten. Wie schön! Langsam kommt sie näher, schliesslich ganz zu Daniela. Ihre Ohren sind beide ganz auf ihr Gegenüber gerichtet. Es ist faszinierend und ich würde dem Geschehen gern meine ganze Aufmerksamkeit widmen, wären da nicht die Stutfohlen vom letzten Jahr, die an den Schuhen, dem Ärmel knabbern und schliesslich an meiner Kapuze zerren. Wenn ich mich zu ihnen umdrehe, schauen sie ganz unschuldig – wer das war – ich sicher nicht… 🙂 Ein bisschen wie lästige Fliegen, wegjagen funktioniert, aber für eine Minute oder zwei, schon wärmt wieder ein Schnaufen mein Ohr. Ich möchte sie alle knuddeln, so herzig sind sie.
Ich bin ja gespannt, wie lange das dauern wird, bis ich auch so weit sein werde, dass ich mit Serenata arbeiten kann. Ich soll ja keine Schwäche zeigen, so lange ich nicht sicher auf den Beinen bin, Serenata würde dies ausnützen. Aber es reizt mich sehr und ich freue mich auf diese Art der Begegnung, die ich vom Reitunterricht noch nicht kenne.







