4 Jahre in der Schweiz

heute sind es genau 4 Jahre her, dass Serenata in Matzenried gelandet ist. Ich erinnere mich noch gut an die Wartezeit zwischen Dezember und Mitte Januar: nachdem ich in 14 Tagen auf der Rancho zu Serenata ein spezielles Verhältnis aufgebaut hatte, freute ich mich unbändig auf sie. Die Enttäuschung, ein brandmageres, krankes Pferd aus dem Transporter ausgeladen zu sehen, war riesig. Den 17.Januar 2019 werde ich nie vergessen. Aber auch den 17. Januar 2023 nicht! Wie hat sich doch die Mühe gelohnt, all die Sorge die gute Betreuung und unzählige Tipps von Daniela und ihren Teams. Serenata ist stolz, kräftig, fröhlich, willig und – sie trägt ein Fohlen im 6. Monat. Ich freue mich auf viele neue Erlebnisse mit meiner Lieblingsstute. Happy landing, my pony❤

Normalität

Inzwischen sind Georg und ich sozusagen am Ende unserer Träume angelangt. Wir sind nun bereits einige Male ausgeritten mit Serenata und Farah und Sämi ist hinterher getrottet. Darin liegt allerdings auch ein kleines Problem: Sämi ist ein Herdenhund, er folgt seiner Herde immer nach. Dabei gelangt er oft in den toten Winkel, und wenn ich hinter Serenata reite und Sämi hinter Farah läuft, kann sie ihn nicht sehen. Sie hat angefangen, sich so zu beugen, dass sie Sämi im Auge behalten kann. Er ist für sie dann wieder das Raubtier, das sich von hinten anschleicht. Und dies, obwohl sie ihn mittlerweile ja bestens kennt. Dieses Beugen wiederum stört mich beim Reiten. Daran müssen wir noch arbeiten.

Ich habe mir das immer so einfach vorgestellt, wenn ich ReiterInnen mit ihren Hunden beim Ausreiten gesehen habe. Manche Hunde laufen natürlich vorweg, dann ist es tatsächlich einfacher. Ich sehe immer mehr, wie viel es braucht, damit man ein eingespieltes Gespann ist und vor allem viel Spass haben kann!

Sonst aber ist Farah jetzt immer mehr sehr gut reitbar. Sie drängt nicht, sie bockt nicht, sie ist nicht guckig und ich fühle sie immer besser. Wir wachsen zusammen und kennen uns nun schon ziemlich gut. Wenn ich sie hole und im Auslauf rufe, schaut sie herum. Sie kommt, zwar eher zögerlich, aber sie kommt 🙂 Ich habe angefangen, ihr zur Begrüssung nach dem Aufhalftern ein Goodeli zu geben und zum Abschied, nach dem Abnehmen des Halfters, wieder eines. Sie weiss das jetzt und wartet brav.

Schön ist auch ein Spaziergang im Wald. Im Dezember war es eine Zeitlang richtig kalt und wunderschön verschneit. Ich habe es sehr genossen, neben Farah durch den Schnee zu streifen und eine andere Pferdebesitzerin hat mich mit ihrer Stute begleitet. Danke für das schöne Foto, Eva!

Galoppübungen

Langsam sollte ich Serenata ab und zu ein Austoben, sprich einen Galopp im Wald, gönnen. So hat es Daniela ausgedrückt. Nun, bevor ich mich mit meiner feurigen, vielleicht etwas unterforderten Stute auf den Galoppparcours mache, will ich sie sauber anspringen lernen und auch auf dem Platz kontrolliert galoppieren lassen. Da sind wir beide gefordert. Meine Galopperfahrungen sind dürftig bzw. unfreuwillig! Serenata hat nur gelernt hinter den andern Pferden nachzugaloppieren. Sie sollte nicht zu wild anspringen und mich nach Möglichkeit nicht abladen. Nun, die ersten Übungen sind hinter uns; nicht immer hat es geklappt. Aber was mich besonders freut, ist die Tatsache, dass meine Schöne ruhig geblieben ist und der Galopp, wenns denn mit dem Anspringen funktionierte, federleicht war. Susanne hat nicht umsonst von Serenatas schönen Gängen geschwärmt. Das neue Erlebnis könnte sich zu meinem ständigen Wunsch entwickeln. Ich bin Daniela dankbar, dass sie mir mit Geduld das richtige Sitzen beigebracht hat; das ist jetzt eine grosse Hilfe. Ich freue mich jedenfalls sehr, die nächsten Schritte zu üben auf dem Weg zum Kentaur 🙂

Unsere Pferdchen haben nun knapp 2 Wochen das Leben auf der Herbstweide geniessen dürfen. Serenata wirkt zufrieden und ist kugelrund. Das stets verfügbare Heu ist für sie fast noch wichtiger als das Gras…Ab und zu gehts im Galopp über die Weide. Ja mein Mäuschen übe nur tüchtig bis wir zusammen durch den Wald preschen.

Neues bei Farah

Wovon ich noch gar nicht berichtet habe – und für mich ein wichtiges Ereignis der letzten Wochen, ist, dass wir eine Reitbeteiligung gefunden haben, die sowohl für Farah als auch für mich passt. Das tönt einfach, ist es aber bei Weitem nicht, denn viele Faktoren müssen stimmen, damit aus drei Beteiligten ein gutes Team wird, das sich ergänzt und unterstützt und dazu erst noch richtig Freude macht 🙂 Ich bin froh und dankbar, dass ich mit Martine eine liebens- und vertrauenswürdige, sorgfältige und neugierige Partnerin gefunden habe. Und Farah mag sie auch!

Vergangene Woche gönnten wir Farah wieder einmal die Behandlung der Osteopathin. Es war nötig geworden, da sie an einigen Orten etwas steif zu sein schien und vor allem, weil sie – im Rahmen ihrer nun schon einige Zeit dauernden Auseinandersetzungen mit den Pferden in ihrer Herde – mit dem Hals ziemlich heftig an den Stangen der Heuraufe anschlug. Farah scheint sich zwar in der Herde wohlzufühlen, aber nur so lange ihr keiner zu nahe kommt, sonst muss sie gifteln und sich abgrenzen.

Die letzten Tage hat sie mit der Pensionärsherde und der Stutenherde auf der grossen Herbstweide verbracht. Es war eine Augenweide, den Pferden beim Rasen über die grosse Weide zuzuschauen und auch interessant zu beobachten, wie sich die Herde gruppiert, wer da wessen Nähe sucht oder eben nicht. Farah entfernt sich manchmal von der Herde, sucht insoweit Distanz, als sie noch unter Kontrolle hat, was die anderen machen, die sich näher aneinander halten. Im Zentrum des Geschehens scheint es ihr weniger wohl zu sein.

Auch die Sattlerin war letzte Woche da und hat mir den Sattel nun wieder so schön aufgepolstert, dass ich wahrlich wunderbar bequem sitzen kann. Ich bin froh, dass ich sie und die Sattelmanufaktur, die sie vertritt, gefunden habe!

Pas de deux

Als Vorbereitung und zur Sicherheit im Hinblick auf unsere gemeinsamen Waldritte üben wir das miteinander „manövrieren“. Wir reiten hintereinander her, abwechslungsweise Farah, beziehungsweise Serenata vorne. Wenn Serenata vorne ist, stelle ich fest, dass Farah immer noch ihren Rennpferdmodus einschaltet und sofort auf und nach will. Da muss ich sie noch regelmässig bremsen. Wohler fühlt sie sich, wenn sie vorne ist 🙂

Wir üben ebenfalls nebeneinander her zu reiten, schön auf gleicher Höhe. Dies gelingt, wie die Foto zeigt, nicht immer nach Wunsch, denn Farah hat den kürzeren Schritt als Serenata. Wir schaffen es schon gar nicht so schlecht im Schritt, wie im Trab, zumindest wenn Farah nicht die Ohren anlegt und Serenata bedroht, was sie neuerdings wieder tut. Es hat sich in der Herde von Farah durch den Wegzug eines Wallachs wieder eine Veränderung ergeben, und so muss sie sich in der Rangordnung wieder neu behaupten, bzw sieht ihre Chance, einen der Wallache nun zu „überholen“ und ca Nummer 4 zu werden.

Noch gesteigert wird die Schwierigkeit in der Übung dann damit, dass wir gegenteilige Volten reiten, wobei wir uns immer wieder in der Mitte des Platzes treffen. Serenata wie Farah versuchen zuerst, dem anderen Pferd zu folgen. Und das schwierigste am Schluss ist das gegeneinander Traben. Das geht allerdings und überraschenderweise fast einfacher als nebeneinander her.

Inzwischen waren wir schon mehr als einmal ausreiten im Wald. Es klappte alles bestens, d.h. beim letzten Mal wollte Serenata unbedingt lostraben und Georg hatte Mühe, sie davon abzuhalten. Damit sie nicht hinter mir plötzlich ausbricht, brachte Georg Serenata erst mal mit Absteigen unter Kontrolle. Ich ritt weiter, den ganzen Weg ganz allein. Das war wunderbar (obwohl mich der Gedanke beschäftigte, ob Georg die Sache wohl im Griff habe und Serenata nicht auf einmal allein hinter mir her stürmen würde). Georg ist mittlerweile mit seiner Stute so souverän, dass nichts Dummes geschah und wir bei bester Laune im Stall ankamen. Und ich jubelte innerlich über meinen „Alleinritt“.

Serenata wird Mami!

heute hat sich Sabrina, unsere Tierärztin, gemeldet, um festzustellen, ob Rifai und Serenata bei ihrem Liebesspiel erfolgreich waren. Wir sind gespannt auf den Bericht!

Zuerst müssen Vorbereitungen für die Untersuchung getroffen werden, damit der Ablauf reibungslos erfolgen kann:
Julia hat einen grossen Plastickorb mit Mash zubereitet. Dieses Futter soll Serenata ablenken, wenn Sabrina sie untersucht und die Ultraschallsonde einführt.
Der Stutenstall ist leer. Alle Stuten stehen auf dem Auslauf. Serenata soll in einen Futterständer geführt werden, wo ich sie während der Untersuchung am Führstrick halten, beruhigen und füttern soll, damit Daniela und Sabrina ungestört arbeiten können. Daniela hebt den Schweif hoch und Sabrina beginnt, den Arm und die Hand mit einem Plasticschutz eingepackt, den Darminhalt zu entfernen. Serenata lässt sich dies ziemlich ruhig gefallen. Die Sensationsreporterin Susanne steht mit dem Handy bereit und fotografiert die Szene.

Als es dann zur Sache geht, Sabrina mit ihrer Sonde in die Scheide eindringt, reagiert Serenata kurz. Daniela beruhigt und ich animiere sie zum weiterfuttern. Und schon ist Serenata zufrieden und lässt die Prozedur zu.
„Sie ist trächtig!“ welch eine Freude, als kurz darauf Sabrina im Schall den erst fingernagelgrossen Gelbkörper, das befruchtete Ei erkennen kann. Ein Stein fällt mir vom Herzen und unsere Hoffnungen haben sich erfüllt. Wie Daniela sagte, wird es „ein Kind der Liebe geben :).

Noch eine Kontrolle steht an. Zwar sieht Sabrina keinen zweiten Gelbkörper, doch möchte sie ausschliessen, dass Serenata Zwillinge in sich trägt. Die Risiken sind bei Zwillingen zu hoch.
In einer Woche werden wir die Untersuchung wiederholen. Auch da wird sich Serenata wieder vorbildlich verhalten, da bin ich schon heute sicher. Sie ist einfach ein SCHATZ!

Der grosse Moment

Sabrina, unsere Tierärztin, hat Serenata geschallt, um festzustellen, ob sie fürs Decken bereit sei. Ja, sie ist bereit! Und so ist es am 12. Juli abends gegen 21.00 soweit: Rifai und Serenata dürfen sich am Zaun begrüssen. Wir wollen wissen, ob Serenata mit diesem tollen Hengst als Vater ihres Fohlens „einverstanden ist“. Welch eine Frage, nachdem sich die Beiden schon etliche Male ihre Sympathie gezeigt hatten…

Nun, Daniela ist mit der Reaktion zufrieden und ich darf Serenata auf ein abgezäuntes Stück Wiese führen. Ailen holt Rifai. Lucy und Hanna sowie Daniela verteilen sich auf die Ecken. Serenata führe ich in die Platzmitte. Dann darf Rifai kommen: mit grossem Imponiergehabe stürzt er auf Serenata zu. Wiehert, steigt auch etwas. Und los geht es: Sofort springt er sie zum ersten Mal. Kurz, aber wie es schien, erfolgreich. Dann gibt es eine Pause. Serenata steht jetzt für den zweiten Sprung etwas ungünstig, Kopf auf der höheren Seite des Platzes. Rifai nähert sich, die Pferde beschnuppern sich und Rifai hebt die Vorderbeine gegen Serenata. Diese dreht sich blitzschnell und kickt Rifai ans rechte Vorderbein. Huch! Wars das jetzt?

Bis jetzt lief ja alles gut, ruhig. Hoffentlich passiert jetzt kein Unfall. Doch Rifai bleibt ruhig. Er wendet sich ab und spaziert auf dem Platz herum, geht zu Daniela und erhält ein paar Gräser. Er darf auch seine Maske ablegen, die er zum Schutz von Serenata trägt. Serenata bleibt derweilen ruhig stehen. Der mit einer roten Binde eingewickelte Schweif zeigt nach oben. Ich bin bereit! Aber sie nähert sich Rifai nicht. Das ist gut und gibt ihm die nötige Zeit und Ruhe. Bald ist er wieder bereit und springt sie zum zweiten Mal. Serenata bewegt sich nach vorn. Halte sie! ruft mir Daniela zu. Doch schon ist Ailen da und mit Mut und Erfahrung hält sie Serenata fest. Rifai springt sie nun lange und ruhig. Nach dem Sprung dreht Serenata den Kopf zu Rifai als wollte sie sagen: weiter so, das wird ja immer besser!! Doch für heute ist Schluss. Morgen dürfen die Beiden noch ein Schäferviertelstündchen feiern. Welch ein schönes Gefühl zu wissen, dass Serenata ihre Sache so toll macht. Ich bin stolz auf meine rassige Stute und freue mich auf ein sicher einzigartig tolles Fohlen 🙂

ein Fohlen

bevor Serenata gedeckt werden kann, muss sie die sogenannte Tupferprobe überstehen. Die Tierärztin entnimmt zwei Proben. Die eine an der Klitoris, die andere im Gebärmutterhals. Serenata wurde noch nie getupfert, sie hat auch noch nie ein Fohlen geboren. Also heisst es für Sabrina, die Tierärztin, gut aufzupassen. Denn bekanntlich haben die Stuten ihre Waffen hinten, das heisst, sie können ganz tüchtig ausschlagen…
Wir machen uns zu Dritt bereit: Mit meiner operierten Hand habe ich die schönste Aufgabe, nämlich Serenata, die im Futterständer steht, festzuhalten und zu beruhigen. Mit einer grosszügigen Portion Heu gelingt das ganz gut!
Susanne muss den mit Tape eingebundenen Schweif hochhalten, was sich nach einer Weile als ziemlich anstrengend erweist.
Sabrina schliesslich leert den Darm damit sie nicht unerwartet vollgeäpfelt wird, reinigt das Schloss sorgfältig und prüft die Gebärmutter auf Rosse, (alles ist so wie es sein muss) bevor sie die erste Probe an der Klitoris entnimmt. Pipetten sind für alle Entnahmen vorbereitet, alles ist steril. Die Entnahmen im Gebärmutterhals sind deutlich schwieriger zu machen, denn jetzt müssen ca 1m lange „Stangen“ eingeführt werden. Serenata quittiert mit Unruhe. Zum Glück ist sie gleich wieder mit Heu zu besänftigen. 🙂 . Die Stangen mit dem Tupfer an der Spitze werden in eine Pipette eingeführt, auf die richtige Länge abgeschnitten und die Pipette wird verschlossen.
Jetzt gilt es einige Tage zu warten, bis der Laborbericht vorliegt. Negativ ist in diesem Fall positiv, d.h. guter Bericht.
Heute ist der Laborbericht nun eingegangen, wie erhofft ist das Resultat negativ. Serenata und Rifai dürfen sich freuen. In knapp 3 Wochen, wenn die nächste Rosse ansteht, werden sie sich nicht nur von weitem anfanen dürfen sondern einander so richtig geniessen dürfen. Ich freue mich schon jetzt für die Beiden.

Tupferprobe

Turbulente Zeiten und ein wichtiger Entscheid

Seit einiger Zeit habe ich nicht mehr von Serenata erzählt. Ich habe mich Anfang März einer Knieoperation unterzogen und da lagen die Prioritäten auf der Reha. Ich habe mir zwei Ziele gesetzt: zum ersten, in zwei Monaten bereit sein für die geplante 1 monatige USA Reise mit dem Camper. Und zum zweiten, so rasch als möglich wieder mit Serenata zu arbeiten, wenn möglich reiten zu können. Da ich schon sehr bald mobil war, konnte ich nach 5 Wochen zum ersten Mal mit Serenata Bodenübungen machen. Sie war ganz bei mir und zeigte mir ihre Freude, mich wieder zu haben! Nach 6 Wochen spürte ich das unbedingte Verlangen, Serenata zu reiten. Daniela riet mir: wenn Du den Wunsch zu reiten hast, solltest Du noch einige Wochen warten. Eine Woche konnte ich noch warten, aber dann fühlte ich mich so gut, dass ich den Versuch wagte. Ein tolles Erlebnis! Serenata machte mit wie immer. Ich genoss die Reitübung über alle Massen. Keine Spur von Herausforderung, von Nachfragen, wie sie es ab und zu macht. Herrlich, dass das noch vor der langen Abwesenheit in den USA möglich war.
Nun, die 4 Wochen USA sind vorbei. Nach zwei Wochen kam die Schreckensnachricht, dass Serenata beide Vorderbeine verletzt hat und einen Einschuss gemacht hat. Das kennen wir ja schon. Offenbar ist das ein Schwachpunkt bei ihr. Vera, unsere zweite Reitlehrerin und Inka die während Danielas Abwesenheit in Marokko die Aufsicht hat, reagieren vorbildlich. Schnell wird Fränzi, unsere Tierärztin informiert und die kommt gleich vorbei. Nach einer Woche kommen Hannah und Lucy mit Daniela aus Marokko zurück. Sie übernehmen mit Ailen die Pflege von Serenata. Ich höre von guten Fortschritten. Gottseidank. Hat wohl Serenata versucht, zum Hengst zu stürmen und ist in den Zäunen hängengeblieben? Sie ist seit einigen Wochen extrem auf Rifai fixiert, was auf Gegenseitigkeit beruht 🙂 .
Nach unserer Rückkehr am Freitag ist Serenata wieder wohlauf. Gleich am Montag kann ich sie reiten. Ein grosser Unterschied, nachdem wir in den USA 3 x mit Pferden und 1 x mit Maultieren einen Ausritt Western-Style geritten sind. Ich fühle mich gut, merke aber, dass gewisse Automatismen nicht mehr selbstverständlich sind. Zum Glück ist Serenata glücklich mich wieder zu haben und verzeiht mir meine Fehler. Es ist ein wahres Heimkommen!
Meine Krankengeschichte ist leider noch nicht zu Ende: Am Montag 20. Juni wird meine Hand operiert, was einige Zeit Ausfall bedeutet. Am 3.August gibt es einen grösseren Eingriff, der einen Ausfall von 3 Monaten zur Folge haben wird. Und schliesslich habe ich mich nach den guten Erfahrungen mit der Knieops entschlossen, auch das zweite Knie operieren zu lassen. Was bedeutet das für Serenata? Vera und Daniela sind gefordert. Vera zum Reiten, Daniela für Bodenarbeit, damit Serenata nicht ihre gute Form verliert und auch Spass hat. Das ist an sich besprochen. Dennoch habe ich neu überlegt, denn die Wartezeit nach der Ops ist viel länger, als ich gemeint hatte. Und da kommt Susanne mit Ihrer Idee, Serenata doch decken zu lassen….
Das Thema war am 1. April Gegenstand eine Aprilscherzes, den ich Daniela gespielt hatte. Sie hat den Scherz „gefressen“ und wir haben herzlich gelacht. Aber, seit ich weiss, wie gut Serenata mit den kleinen Fohlen umgeht – sie war gerne gesehene Tante, akzeptiert von den jeweiligen Stuten – und auch wie sie auf Rifai reagiert, nachdem sie in der früheren Gruppe nie eine Rossigkeit gezeigt hatte, habe auch ich diesen Gedanken mehr als einmal gehabt. Egoistisch habe ich ihn beiseite geschoben, denn ich will ja reiten und wenn sie gedeckt wird, wird das Reiten eingeschränkt. Ja, und jetzt, wenn ich ausfalle, hat sie ohnehin weniger vom Reiten, da wäre doch ein Fohlen für sie eine WIN WIN Situation. Unser Entscheid fällt und Daniela wie auch Fränzi geben grünes Licht. Im übrigen werde ich auch zeitweise mit Serenata arbeiten können, spazieren können, zum Teil auch noch reiten können. Ich fühle mich gut mit diesem Entscheid. Er wirkt befreiend.
Die bittere Pille die ich aber von Anfang an schlucken muss: ein drittes Pferd für uns geht auf keinen Fall. Das Fohlen wird also verkauft werden müssen. Es wird sehr schwierig sein, mich zu verabschieden, das weiss ich schon heute. Der Kopf sagt dazu JA. Das Herz will bei diesem Gedanken zerspringen. Daniela hat uns diesbezüglich gut vorbereitet und den Verkauf als Bedingung gemacht. Das ist, wie immer bei ihr, ein wertvoller Rat.