Heute war der Boden auf dem Reitplatz zumeist steinhart. Meine Reitstunde mit Daniela fraglich! Sie entscheidet auf Schrittreiten, Genauigkeit und Test Gelassenheit. Los geht’s mit Einreiten und Volten auch durch die Teile auf dem Platz mit Wasserlachen. Serenata macht gut mit, überwindet ihre Furcht vor den Pfützen und marschiert tapfer ihre Volten. Nach Slalomübungen über den Platz kommt das Dessert: über eine grosse Plastikblache gehen. Serenata nähert sich dem unbekannten Grund, streckt ihren Hals tief, um zu schnüffeln. Diese Zeit gebe ich ihr. Dann die feine Aufforderung, einen Schritt auf die Blache zu machen. Das ist für das Pferd schwierig; es könnte rutschig oder tief sein. Es ist also eine Frage des Vertrauens. Kann sich Serenata auf mich verlassen? JA! Sie macht problemlos mit. Wieder eine Pause und nochmals die Aufforderung. Sie geht über den „unsicheren“ Boden als wäre es Sand! Wir wiederholen die Übung. Es klappt prima. Schliesslich üben wir von der Gegenseite. Das ist bekanntlich für das Pferd eine völlig andere Übung. Nach kurzer Prüfung mit der Nase meistert Serenata auch diese Herausforderung mit Bravour. Wer von uns, inklusive Daniela, am meisten Freude hat, ist schwierig zu sagen 😊
Autor: hagesuba
Breaking news
Was wäre das Leben ohne Überraschungen und was macht das Leben erst so richtig lebenswert? Genau. Es sind die Momente, in denen wir über unseren Schatten springen und die Freude überschäumt. Gerade jetzt erleben wir so einen Moment; habe ich doch geschrieben, dass sich Serenata immer besser mit mir versteht. Das ruft bei Susanne zwiespältige Gefühle hervor. Im Moment hat sie kein „eigenes“ Pferd mehr. Das hin und her von Pferd zu Pferd ist mühsam. Badia muss einen Monat lang aussetzen. Ein anderes Pferd steht nicht zur Verfügung. Nun, eigentlich wären da die 5 wunderschönen Marokkanerstuten, zwischen 4- und 6-jährig….. Daniela hat schon mehr als einmal angesprochen, ob wir nicht ein zweites Pferd möchten? Das Thema wird aktuell. Wir stecken die Köpfe zusammen und denken. Argumentieren. Legen alles auf den Tisch. So ein Entscheid darf nicht leichtfertig getroffen werden. Daniela gibt Susanne die Chance, einige Pferde kennenzulernen. Gribouille ist wohl zu jung, zu unerfahren, obwohl sehr zugewandt. Flifla, schön, elegant, ist schreckhaft. Elhiafa ist eine Schönheit, aber das wars auch schon. Fynda ist dagegen ruhig. Sie gleicht eher Serenata, nicht so verschmust wie Gribouille, eher selbständig. Daniela meint, dass Susanne und Fynda gut passen könnten. In der Bodenarbeit, die jetzt begonnen wird, darf Susanne mitmachen. Fynda zeigt sich von ihrer besten Seite! Als nächstes muss sie beweisen, dass sie eine Reiterin toleriert und mit Beinbefehlen zurecht kommen kann. Das ist nämlich für sie völlig neu. Auf dem ersten Waldspaziergang kommt Ailen, die coole Mitarbeiterin von Daniela mit. Sie reitet zu Beginn. Alles problemlos. Auch Susanne darf jetzt aufsteigen. Fynda macht gut mit. Der nächste Test: Reitstunde zusammen mit Serenata. Läuft wie geschmiert, die Beiden, die sich noch nicht kennen, sind entspannt. Es ist herrlich. Susanne ist bereit für den grossen Schritt. Fynda soll in unserer Familie ihren Platz haben!! Mit Daniela machen wir ab, dass sie das Pferd bis Ende Februar ausbildet. Susanne darf dabei mitmachen. Eine Chance für Beide. Nun folgt noch die Arztuntersuchung und damit ist alles klar für den Vertrag. Susanne ist glücklich. Die Lösung ist wirklich ideal. Wir werden uns natürlich einschränken müssen, aber das lohnt sich bestimmt.
Neue Welt, Fortschritte und „mein“ Pferdchen
Seit längerem habe ich keinen Beitrag mehr verfasst. Heute schreibe ich über wichtige Veränderungen: nach unseren Ferien an der Lenk kam ich mit viel Selbstvertrauen und freudig in die Reitstunde mit Serenata. Die Begegnung mit unserem Pferd war gut und das Einreiten sehr harmonisch. Bis zum Eintreffen der Reitlehrerin. Danach begannen die Probleme. Ich spürte eine ganz andere Energie als an der Lenk mit Sonja. Serenata reagierte sofort und ich fiel von der Rolle. Die Reitlehrerin konnte nicht helfen, im Gegenteil. Nach 2 Tagen Nachdenken stand mein Entschluss fest. Ich brauche eine andere Lehrerin. Dass ich jetzt mit Daniela, die Serenata und mich gut kennt, und mit Vera, einer sehr ruhigen, erfahrenen Fachfrau lernen darf, hat viel geändert. Meine Probleme sind lösbar, ich spüre Fortschritte, freue mich daran und Serenata hat sich mir viel besser angeschlossen. Wir wachsen zusammen, sagt Daniela. Und so fühlt es sich auch an! Serenata wäre nicht sie selbst, wenn sie nicht ab und zu testen würde, wie es mit mir steht, ob sie mir vertrauen kann. Das quittiere ich vermehrt mit einem Lächeln und einem bestimmten JA. Susanne übt jetzt ausschliesslich mit Badia und neuerdings auch mit der 6-jährigen Fynda. So bin ich allein mit ihr an Bodenarbeit Reitstunde und Ausreiten. Ich geniesse das und könnte damit auch in Zukunft gut leben!!
Erleichterung
zugegeben. Etwas gemischte Gefühle hatte ich schon vor dem heutigen Termin mit Fränzi, unserer Tierärztin ! Zwar schien mir die starke Schwellung am rechten Hinterbein gut abgeklungen und ich hatte auch den Eindruck, dass sich unser „Pony“ wieder normal bewegt…. aber Daniela hat mich desillusioniert, ihr Blick ist geübt und sie hat uns zum Warten angehalten. Was die Mauke Entzündung betrifft, so hatte ich gute Fortschritte erkannt. Das zweimal tägliche Verarzten hatte genützt. Aber : sicher war ich nicht, dass wir das Problem im Griff oder gelöst haben. Gestern hatte mich Sandra, unsere Pensi-Kollegin beruhigt. Sie kennt unser Problem und geht recht locker damit um. Und heute hat mir die Beurteilung von Fränzi einen Stein vom Herzen gerollt. Wir haben unsere Sache gut gemacht. Noch 10 Tage schonen und dann ist alles überstanden. Waldspazieren und auch -reiten sind gut. Mehr wollen wir gar nicht. Nur endlich wieder aufs Pferd !! So nützen wir eine Regenpause, führen Serenata in den Wald und Susanne möchte aufsteigen. Nur: 14 Tage Reitpause und mittlerweile viel aufgestaute Energie lassen das Vorhaben unmöglich erscheinen. Serenata dreht sich, ist wild, unruhig. Susanne führt sie am Zügel bis unser Pferd nach einer Weile etwas ruhiger wird. Ein neuer Aufsteigeversuch und wieder Schwierigkeiten. Susanne glaubt nicht mehr richtig daran, dass sich heute Serenata reiten liesse. Ich glaube aber, dass es genau richtig ist, heute das Eis zu brechen und das Temperament unseres Wildlings zu zügeln. Susanne lässt sich darauf ein und wagt noch einen Versuch. Siehe da. Es klappt. Die Beiden legen einen flotten Schritt auf den Weg; ich keuche so gut als möglich mit Sämi hinten nach. Wie schön zu sehen, dass sich Pferd und Reiterin entspannen und den Ritt geniessen. Nach ihrem Gezappel am Vormittag bei der tierärztlichen Untersuchung und bei den Aufsteigeversuchen im Wald hat Serenata ihre Ruhe und Sicherheit bei Susanne wieder gefunden. Ein gutes Zeichen für die kommenden Tage !
Vertrauen
Jetzt habe ich mehrere Tage hintereinander mit Serenata verbracht. Zuerst ein Reiten im Viereck, dann Waldreiten im Forst und heute noch Bodenarbeit. Sie hat sich zu einem ganz tollen Pferd entwickelt. Vom Vorbereiten über die Übung/das Reiten bis zum Absatteln und Pflegen ist sie ruhig, konzentriert, freudig, willig. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass sie uns fast nicht gehen lassen will….ja ich weiss, die Pferdeprofis lächeln weise aber ich habe da meine eigene Ansicht. Schon in Spanien, als ich meinen 14 Tage crash Kennenlernkurs machte, fühlte ich dieses Band. Es macht mich glücklich zu spüren, dass es zwischen uns wieder stimmt. Es ist grosses Vertrauen gewachsen. Dank unseren Lehrerinnen Daniela und Trix, die uns die nötige Sicherheit vermitteln aber auch dank Serenatas tollem Charakter. Sie braucht keine harte Hand, nur Konsequenz und Zuneigung. Und wenn bei mir die Freude schäumt, da ist sie nicht mehr zu halten. Herrlich!!
zum ersten Mal ohne Begleitung und Führstrick

Fitness
Die Maus oder der Hamster, Danielas liebevolle Übernamen für Serenata, hat eine letzte Kontrolle der Tierärztin überstanden. Nun darf richtig trainiert werden! Mit der Arbeit an der Longe werden die Muskeln aufgerufen, welche bisher gefaulenzt haben. Huh. Nach dem ersten Training, das die Maus willig, aufmerksam und erfolgreich absolviert hat (offensichtlich kannte sie Longenarbeit nicht), meldete sich der Muskelkater und eine Maus mit Kater, das kommt nicht gut. Steif begann das 2. Training. Doch bald kam unser Hamster in Fahrt.
Auch wir beide bekommen jetzt die Möglichkeit, mit der Longe zu arbeiten. Gar nicht so einfach, mit Longe und Gerte souverän zu leiten, das haben wir erfahren. Aber es macht riesig Spass und auch bei uns Beiden ist Serenata voll dabei, wie schön !
Serenata wurde übrigens auf der Weide und im Auslauf mit ihren Kolleginnen zusammengeführt! Das vorsichtige Vorgehen mit Haltung in der Box, aus der Serenata ihre Pferdefreundinnen sehen und beschnuppern konnte, auch der Kontakt auf der Weide, zuerst durch eine Absperrung abgefedert, hat sich gelohnt. Die Pferde haben sich gut gefunden. Nachts bleibt unsere Stute noch in der Box, denn noch immer wird sie aufgefuttert!
Herzklopfen
Die Tierärztin hat bei der ersten Untersuchung ein leichtes Herzgeräusch festgestellt. Sie hat uns empfohlen, das Pferd mit einem mobilen Ultraschallgerät untersuchen zu lassen. Heute ist es soweit und die Veterinärin installiert ihr Gerät neben Serenatas Box. Mit Danielas Hilfe positioniere ich Serenata neben dem US-Gerät. Sie steht ganz ruhig und wird dafür gebührend gelobt. Zuerst wird sie mit Stethoskop nochmals abgehört und das leichte Geräusch ist weiterhin zu hören. Dann folgt die US-Untersuchung, ausführlich und mit Fotodokumentation. Unser Herzklopfen ist wahrscheinlich stärker als jenes von Serenata…
Dann ist die Untersuchung beendet und mit den Worten „alles ist in Ordnung“ fällt uns allen ein Stein vom Herzen. Die Unsicherheit, ob wir mit Serenata bedenkenlos trainieren und reiten dürfen, ist verflogen. Die Erklärung der Spezialistin: bei Stress werden aus der Milz des Pferdes viele rote Blutkörperchen ausgeschüttet, was das Blut zur Aufnahme von Sauerstoff befähigt, was aber auch dazu führen kann, dass ein Herzgeräusch festgestellt werden kann. Das wird sich mit zunehmender Sicherheit also von selbst korrigieren, kein Grund zur Sorge. Wir sind befreit. Nun können wir Bodenarbeit und Muskelaufbau planen. Noch braucht Serenata Zeit, um kräftiger und muskulöser zu werden. Da auch wir noch Zeit benötigen, ich um meine Reitkenntnisse auf andern Pferden zu verbessern, Susanne um ganz gesund zu werden, geht das doch ganz gut auf.

es wird konkreter…
Gestern habe ich zum ersten Mal allein Serenata zu ihrer Box herausgeführt. Die Box befindet sich in der vordersten Ecke des Laufstalles, den sie mit 5 oder 6 Pferden teilt. Zu ihrem Schutz darf sie zur Zeit noch den Luxus der Box geniessen. Luxus? Ja, denn das viele Futter, das sie täglich bekommt, ist ganz allein für sie. Kein anderes Pferd kann ihr haylage und Heu futtern…
Vor dem Laufstall ist der Auslauf abgezäunt. Nach unten geht’s zur Weide, noch oben zu der Anbindestelle fürs Putzen und Satteln. Vorsichtig führe ich Serenata zum Elektrozaun, öffne ihn und führe sie heraus. Serenata reagiert sofort: der geschützte Bereich hört nach dem Zaun auf. Jetzt sieht sie ihre Herde nicht mehr. Nur ich bin noch da, und ob ich ihr die nötige Sicherheit geben kann? Geduldig rede ich ihr zu und fordere sie auf, mir zu folgen. Ein Schritt und halt. Das Spiel beginnt von neuem. 2 Schritte, Lob, aber wieder Halt. Nach allen Seiten schaut sie sich um, nimmt die unvertraute Umgebung wahr, zeigt ihre Unsicherheit. Langsam bewegen wir uns die Einfahrt hinauf bis zur Strasse.
Hier waren wir beide schon einmal: um der Tierärztin zu zeigen, wie sich Serenata bewegt, im Schritt und Trab. Hin und zurück. Ob sie sich erinnert? Vielleicht. Aber es bleibt ein Betteln um jeden Schritt. Ein Abtasten, ein unsicheres Schauen, dann doch wieder der Entscheid, einen, zwei Schritte zu folgen. Daniela hat uns beobachtet und kommt dazu. Sie möchte sehen, ob Serenata bei kundiger Anleitung mehr Vertrauen aufbringen kann. Sie lädt Serenata mit ihrer Körpersprache ein, zu folgen. Richtet den Blick nach vorn und den Führstrick nach rechts. Serenata reagiert und macht einen Schritt. Aber auch jetzt überwiegt die Unsicherheit und sie bleibt stehen. Langsam, langsam baut Daniela Vertrauen auf. Lobt überschwänglich den Fortschritt. Ich versuche mein Glück nochmals, diesmal mit der guten Anleitung. Und siehe da, tatsächlich können wir recht gut zusammen spazieren. Bis zum nächsten Schreckpunkt, 2 parkierten Autos. Wir betrachten diese, bis sie ihren Schrecken verloren haben, drehen dann um und es geht Richtung Stall. Jaja, diese Richtung passt schon besser. Ohne grosse Motivation klappt das Führen.
Es wird eine Weile dauern, bis wir all die neuen Sachen, die neue Umgebung, Autos, Menschen, Häuser, Hunde und und und kennengelernt haben werden. Aber die Aufgabe ist schön, wir werden zusammenwachsen und Serenata wird immer mehr Vertrauen zu ihren neuen „Leitpferden“ aufbauen.
Heute haben wir mit Daniela besprochen, wie sie sich die Entwicklung von Serenata vorstellt. Es wartet viel Arbeit auf uns, es wartet viel Arbeit auf Serenata. Daniela wird uns regelmässig unterstützen und den Aufbau der Muskulatur und das Lehren von erwünschtem bzw. das Abgewöhnen von unerwünschtem Verhalten übernehmen. Wir sind eingeladen, teilzunehmen und einmal in der Woche selber das Erlernte mit unserem Pferd einzuüben.
Wir werden einige Monate daran arbeiten müssen aber auch dürfen. Ich freue mich darauf, denn das wird uns mit unserem Pferd zusammenschweissen. Parallel dazu habe ich die Möglichkeit, mit andern Pferden meine Reitkenntnisse zu erweitern, so dass ich für Serenata, wenn sie bereit zum Reiten ist, auch besser reiten kann !




