Antischreckprogramm

Für unser heutiges Training und das Training ihrer eigenen Pferde hat sich die Stallbesitzerin Daniela etwas ganz Besonderes ausgedacht. Sie und ihre Helferinnen haben einen Parcours aufgebaut, der es in sich hat: einen bunten Bogen zum Hindurchgehen, eine zerknüllte Plastikplane zum Darüberlaufen, eine Wippe, ein mit Holzteilen eingefasster Teil voller leerer und zusammengepresster Petflaschen, ein Holzträger mit rot-weissen Flatterbändern, wie sie zum Absperren benutzt werden, ein Durchgang aus vielen Schaumstoffteilen auf zwei Seiten sowie eine Treppe aus Paletten zum Hoch- und Heruntersteigen.

Das Ganze wurde durch die zügige Bise noch ein gutes Stück schwieriger, denn die Schaumstoff-Teile oder die Flatterbänder standen von den Holzträgern horizontal ab und sahen wirklich zum Fürchten aus. Entsprechend war denn auch die Reaktion der meisten Pferde zuerst mal von Fluchtversuchen gesteuert. Bis auf eines: Meine Farah. Kaum zu glauben, wie sie das alles unbeeindruckt liess. Daniela konnte es selbst kaum glauben!

Beim Bogen aus buntem Schaumstoff hielt sie kurz, schaute nach oben, dann ging sie durch. Auf der Wippe prüfte sie kurz, ob das halte und ob man den grünen Belag vielleicht essen könnte, dann ging sie darüber, ja, es machte ihr nicht einmal etwas aus, dass die Wippe zuerst in die Richtung nach vorne kippte, dann wieder kurz nach hinten und wieder nach vorn. Beim Durchgang durch die Schaumstoffteile zögerte sie keinen Moment, auch als Daniela die Seiten näher zu einander rückte, und in die rot-weissen Bänder lief sie ohne zu zögern. Beim Teil mit den Pet-Flaschen musste ich sie daran hindern, an den Flaschen zu kauen und überhaupt versuchte sie mich dahinzuziehen um sich ein wenig mit den bunten Pet-Flaschen zu vergnügen.

Einzig die Treppe aus Paletten war etwas schwieriger zu überwinden. Meine Aufgabe war, sie auf jedem Teil still stehen zu lassen, ohne dass sie seitlich ausweichen würde. Dazu brauchten wir mehrere Versuche, weil Farah nicht einsah, warum sie nicht einfach seitlich nebenher laufen könne statt oben drüber zu stolpern.

Und was ihr auch noch etwas Angst einjagte, war der Medizinball, der hinter ihr geprellt wurde. Da war es zuerst schwierig, sie stillzuhalten. Aber sie hielt es dann doch aus, dass der Ball über sie gerollt und fallen gelassen wurde, über sie drüber geworfen wurde und unter ihr durchrollte. Nur Fussball Spielen half sie nicht, als ich ihr den Ball vor die Füsse schob.

2 Kommentare zu „Antischreckprogramm

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