Nun wird Serenata von der Tierärztin genau untersucht. Ihr Gesundheitszustand scheint doch gut zu sein, die Beine sind gut, ihr Gang ist gut, sie frisst und nimmt zu. Das Herz wird noch genauer überprüft, dazu wird eine andere Tierärztin mit einem mobilen Ultraschallgerät kommen, damit wir Gewissheit haben, wie es da um sie steht.
Der Mundgeruch ist nicht mehr so schlimm, wenn auch die Behandlung mit dem Kräutersud und auch ein Entzündungshemmer weiter eingesetzt werden müssen. Unsere Sorgen haben aber eindeutig abgenommen.
Das Pferd aus seinem Bereich weg zu führen, wird eine Nagelprobe. Serenata macht nur einen Schritt aufs Mal, ohne Aufpassen würde sie stantepede zurücklaufen. Kaum hat sie eine Herde gefunden, wird sie davon isoliert. Das löst Unruhe aus. Entsprechend Mühe macht es uns, sie an der Anbindevorrichtung festzubinden und ruhig zu stellen. Die Tierärztin will ihre Beine kontrollieren. Sie hält den Fuss nicht still und trifft mit einem Kick meinen Mann an der Brille. Diese ist jetzt schief und seine Augenbraue blutig. „Man sieht dir jetzt den Pferdebesitzer an“ schmunzelt die Stallbetreiberin. Aber klar, daran müssen wir arbeiten.
Dann geht es auf die Strasse, wo mein Mann mit ihr gehen und auch traben soll. Für beide ganz schön anstrengend 🙂 Weg vom Stall geht im Schneckentempo, mein Mann voran, hin zum Stall im Nu, mein Mann hinterher. Die Tierärztin empfiehlt Führungsübungen.
Am nächsten Tag wollen wir sie putzen. Ihre Hinterhand ist dunkelbraun und ebenso ihre Beine. Wir führen sie also wieder aus ihrem Bereich weg und binden sie beim Haus an, aber ob das so gutkommt, wenn sie nichts anderes will als sich losreissen?
Mit Hilfe der Stallbetreiberin üben wir das Stillhalten. Ruhig bleiben. Ja nicht die Stimme erheben!! Sie nicht wegdrücken. Fehlverhalten ignorieren, loben bei Guttun. Uff, da müssen wir ran. Die Übung ist fürs erste Mal gut, wir gehen mit ihr zurück auf den vertrauten Platz am Stall. Dort gibt es eine Putzaktion, allerdings wird der Schimmel jetzt nicht wirklich weiss. Henu. Sie hat jetzt gesehen, dass nichts Schlimmes passiert, wenn sie weggeführt wird. Dafür bekommt sie einen Kübel extra feines Knabberzeug. Lohnt sich doch 🙂
