Gegenwärtig sind die Wege von Schafgarben und üppigem Gras gesäumt. Für Serenata ist diese Meile die pure Verführung – etwa so, wie eine Konditorei an der nächsten oder ein Früchtestand mit gluschtigen, saftigen Früchten am anderen für uns – einfach unwiderstehlich. Entsprechend hält sie sich nach Möglichkeit – wenn wir sie lassen – eng am Wegrand und lässt keine Gelegenheit aus, schnell nach dem verführerischen Grün zu schnappen – sogar im Trab! Das stellt schon höhere Anforderungen an unsere Reitkunst, bzw. unser Gleichgewicht. Serenata hat auch schon verschiedentlich versucht, die Zügel aus der Hand zu reissen, um schnell an ein Bündel Gras oder Schafgarben zu gelangen. Je nachdem, wie lange die Fresspause schon gedauert hat, ist es ja auch begreiflich, wenn sich schon wieder ein leichtes Hungergefühl meldet, umso mehr, als sie nach wie vor das Gefühl kennt, zu wenig mit Essen versorgt zu werden. Das wird sie wohl nie los.
Wir haben auch gemerkt, dass Serenata viel mehr Energie hat als vor ein paar Monaten und haben uns bei der Stallbesitzerin erkundigt, ob wir vielleicht mit dem Kraftfutter zurückfahren wollen. Sie hat gemeint, nun hätten wir halt ein gut gefüttertes, zu Kräften gekommenes Pferd, im besten Alter, bei bester Gesundheit, das den Frühling spüre und vor Energie sprühe 🙂 Das ist ja schön und gut zu wissen, und wir können/sollen ihr nun mehr zumuten – länger reiten, mehr von ihr verlangen, sie stärker fordern. „Ihr wolltet ja keine Schlafmütze, nun habt ihr ein spritziges Pferd in den besten Jahren, freut euch“, lacht sie.
