Zaumzeug

Natürlich wollen wir nicht immer nur geführt mit Halfter auf dem Platz herumspazieren, der armen Serenata würde das ja furchtbar langweilig werden! Wir haben also mit dem Sattel auch ein Zaumzeug erworben, das die selben Kriterien erfüllt, wie der Sattel – s. Sattel 😉

Das Leder ist schön gearbeitet, in der Form passt sich der Zaum gut an den Pferdekopf an, drückt nirgends. Schliesslich, und das schreibe ich auch nicht zum ersten Mal, soll Serenata ja nicht weiter unter unpassendem Material leiden.

Ungelöst ist nach wie vor die Frage: Trense oder gebissfrei – und wenn gebissfrei, dann wie. Die Versicherung haben wir befragt, sie stellt keine Bedingungen und zahlt bei Unfall auf Ausritt so oder so. So fällt die Entscheidung uns zu. Je mehr Menschen ich dazu schon befragt habe, desto mehr Meinungen. „Sie stürzen vom Pferd, weil Sie es nicht bremsen können, aber dafür hat das Pferd intakte Zähne“ – das die Aussage eines Spezialisten. „Wenn sich das Pferd nicht bremsen lässt, nützt dir auch die Trense nichts“, bzw nur wegen der Trense lässt sich das Pferd eh nicht besser bremsen, finden andere. Am Zaum befindet sich im Moment ein Hackamore. Gehört nicht in Anfängerhände, habe ich vernommen. Aber gehört eine Trense in Anfängerhände? Guter Rat ist in diesem Fall, glaub ich, etwas teuer.

Sollten wir Tierwohl gegen Menschenwohl ausspielen? Eine solche Entscheidung mag ich nicht treffen. Was wohl IHR da draussen, ihr Pferdefreunde und -spezialistinnen so meint?

Bis zur Ankunft

Was brauchen wir eigentlich alles für unser eigenes Pferd? Ein Halfter und Führstrick, Zaumzeug, Sattel, eine Decke, Putzsachen – was noch?

Wir informieren uns anhand von x Quellen, was es für Zaumzeug gibt. Und wir stellen mit zunehmender Recherche fest: Da gibt es unzählige Varianten, mit Gebiss/ohne Gebiss und alle diese Varianten sind mit ebenso unzähligen Philosophien verbunden, wie es dem Pferd dabei auch noch gut gehen kann. In Spanien sind wir mit Hackamore gebisslos geritten. Da sehe ich Menschen schon das Gesicht verziehen. Und höre die Frage, was die Versicherung wohl dazu sagt, wenn das Pferd ohne Gebiss geritten wird und einen Schaden verursacht. Kann ich das Pferd mit/ohne Gebiss besser kontrollieren? Kennt Serenata das überhaupt?

Auch zum Sattel haben wir viele Recherchen angestellt. Wie wollen wir überhaupt reiten? Was alles mit unserem Pferd unternehmen? Mein Mann und ich sind recht unterschiedlich gross und schwer, welche Rolle spielt das? Sicher ist, wenn wir auf einen Masssattel warten und für diesen erst der Rücken von Serenata ausgemessen werden muss, warten wir bis in den Sommer hinein auf einen Sattel.

Spazieren wir seither halt ein bisschen. Dazu brauchen wir sicher ein Halfter und einen Führstrick. Nicht ganz schwierig zu erraten, dass auch hier ganz viele Varianten zur Verfügung stehen und Kosten zwischen vielleicht Fr. 15.- und gut und gern dem Zehnfachen dafür anfallen können.

Bei seinem zweiten Spanienaufenthalt auf der Ranch wartet in Ronda eine schöne Überraschung auf meinen Mann. In einem Spezialgeschäft für Pferde-/Reitbedarf sieht er seinen Traumsattel. Eigentlich für jemanden speziell angefertigt, darf er ihn übernehmen, es bleibt noch genügend Zeit für den Besteller den gleichen wieder zu fertigen. Das macht Freude.

Unnötig zu erwähnen, dass es bei den Striegeln, Bürsten, Seifen, Ölen, Hufauskratzern und all diesen nötigen Hilfsmitteln zur Pflege wiederum viel Auswahl gibt und eben auch wieder philosophische Fragen zu klären gibt. Serenata ist ein Pferd, soll sie also gecremt, geölt, gekämmt und gepudert werden wie ein Kind? Was gehört in eine vernünftig bestückte Pflegebox?

Schliesslich die Decke. „Pferde werden überbedeckt“ ist die Aussage einer Angestellten in einem Fachgeschäft. Je wärmer wir es einpacken, desto weniger kann es ertragen. Ich neige natürlich zu gut Decken, da ich selber oft friere. Aber soll sie sich halt bewegen, meint eine andere, die es wissen muss. Serenata hat noch nie Schnee unter den Hufen gehabt. Wie das wohl für sie werden wird?