Pflege

Heute war für Farah ein beschäftigter Tag. Zuerst hatte sie Reitstunde im Schnee und stakste etwas unbeholfen durch die wieder ungewohnte Landschaft. Sorgfältig testete sie, ob es rutschig sei und trat zuerst ganz vorsichtig auf. Allerdings gab es noch einen weiteren Grund für ihr verhaltenes Auftreten: der Rücken war verspannt, und die Hufe waren auch unbedingt zu machen.

Zum Glück konnten sich die beiden Hufpfleger den heutigen Tag den Pferden bei uns in Matzenried widmen. Sie arbeiten gründlich und sorgfältig und gaben Farahs Hufen einen neuen Schliff, der sie vor allem auf der Hinterhand etwas entlasten soll, weil die Knie etwas instabil sind. Bei dieser Behandlung war sie lammfromm und hielt perfekt still.

Dann war die Reihe noch an der Chiro/Osteopathin, die mit gezielten Griffen Farahs Rücken manipulierte und sie von Verspannungen löste. Das fand sie dann weniger toll und sie versuchte, sich zu lösen oder auszuweichen – oder zumindest der Chiro ihre Meinung klar mitzuteilen. Wahrscheinlich war sie mit jemandem rückwärts kollidiert, was mich nicht wundert, denn sie ist noch immer am Finden ihres Platzes in der Herde und teilt nach vielen Seiten aus, bzw steckt von vielen Seiten ein. Kein einfaches Pferdeleben, wenn man nicht zufrieden ist mit seinem Platz in der Rangordnung!

Funkstille

Nun habe ich eine Weile schon nicht mehr rapportiert, was wir mit Serenata tun und wie es ihr geht. Wir haben die Strahlfäule noch immer nicht im Griff, sind immer noch (nach Möglichkeit) jeden Tag dort, um die Hufe zu putzen und mit Gaze zu verstopfen. Es ist etwas elend, dass sich die Sache nicht bessert. Der Hufpfleger hat uns geraten, die Spalte nicht zu spülen, entgegen den gut gemeinten Ratschlägen von allen Seiten, mit Essig zu spülen, mit allerhand Mittelchen zu behandeln, denn bei genügend festem Stopfen sollte die Hornproduktion angeregt werden, dass die Spalte sich so schliessen wird. Bedingt aber, dass wir eben wirklich jeden Tag reinigen und stopfen. Puh.

Nach einigen Waldspaziergängen haben wir es dann mit Sattel versucht und Serenata ist brav gelaufen. Als eine Wandererin auf einem Baumstrunk ihr Picknick genoss und wir uns ihr von hinten näherten, war sie Grund für grosse Aufregung. Serenata fürchtete sich vor ihr, machte einen kleinen Sprung zur Seite und schnaufte laut und hastig. Es dauerte einen Moment, bis ihr klar war, dass das ein gewöhnlicher Mensch ist und keine Gefahr von ihm ausgeht.

Etwas Schwierigkeiten bereitet uns der Drang zum Fressen unterwegs. Wir haben versucht, ihr das Fressen an einer bestimmten Stelle und einen bestimmten Moment zu erlauben – das Gras ist ja so was von frisch und saftig! Allerdings nützt sie das aus und lässt sich kaum noch davon trennen. Da müssen wir uns in Klarheit und Strenge üben!

Inzwischen ist auch noch die Pferdechiro Serenatas Becken richten gekommen. Evtl. hat sie sich bei einem Sturz (ungebremster Galopp zur Weide 🙂 ) verletzt oder sich sonst irgendwie eine Blockade geholt. Wir haben einen Trainingsrückstand aufzuholen, da wir sie nicht zu fest belasten wollten. Nach grünem Licht der Chiro geben wir jetzt etwas mehr Gas.

Serenata hat das Arbeiten nötig, sie scheint viel Energie zu haben 🙂 das ist ja schön, aber manchmal etwas anstrengend, wenn sie subito zur Futterstelle drängt oder auf die Weide oder eben im Wald zum Gras. Vielleicht hat sie ja wirklich ein Trauma von Futtermangel am früheren Ort.

Gestern haben wir uns bereit gemacht, mit ihr im Wald einen Reitspaziergang zu unternehmen, haben sie gesattelt und mit Insektenspray eingedeckt. Blamablerweise fand ich dann aber keinen geeigneten Platz um aufzusitzen, wo nicht wunderbares Gras lockte. Keinen Moment stand sie still, die Bremsen machten sie tanzen (sie weiss ja nicht, dass das Mittel sie abhalten wird) und sie pöbelte uns dermassen an, dass ich es für gescheiter hielt, das Experiment zu verschieben. Im Fliegen bin ich schlecht, und das Risiko ist mir zu gross. Gescheiter noch einige Male auf Platz üben.