Baustellen…

es ist leider nichts Neues in unserer Geschichte, dass mir Serenata Sorgen macht. Zur Zeit hat sie gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: mit den Melanomen an Schwanz und After, die sich öffneten und nun von mir täglich behandelt werden müssen. Mit einem geheimnisvollen Verlust der Behaarung am Kopf, möglicherweise eine Art Futterallergie. Auch hier muss 2x täglich behandelt werden. Und schliesslich- möglicherweise im Zusammenhang mit dem Verlust der Behaarung- eine starke Fühligkeit um das Maul. Die äusserte sich beim Reiten, bei der Reaktion auf die Zügel. Daniela riet mir, mit Halsring zu reiten, was ihr offensichtlich behagte. Das Ausreiten dagegen macht uns beiden weiterhin Freude. Auch mit Hanina und Farah zusammen fügte sich mein Wildling und machte die ganze Runde im Schritt mit, ohne aufzubegehren.

Dadurch, dass ich nun täglich bei ihr bin, sei es auch nur um sie zu pflegen, ist unsere Beziehung noch enger geworden. Es ist sehr schön, zu spüren, dass Serenata begreift, dass ich für sie sorge, auch wenn die Pflege wohl nicht immer angenehm ist…

Fränzi, die Tierärztin, war gestern da und hat versucht, einen Blick in Serenatas Maul zu werfen. No way! Serenata lässt es nicht zu. Mir schwant Schlimmes. Ihre unheilbare Krankheit könnte ihr Schmerzen bereiten. Auch müsste sie fie Zahnpflege zulassen. Ohne starke Sedation keine Chance.

ich sorge mich, denn wohl isst Serenata mit Feuereifer alles, was sie bekommt (oder leider ab und zu auch was sie sich beim Ausritt oder Führen selbst zuspricht🤨🤨). Das könnte aber ändern, wenn die Schmerzen im Maul zunehmen. Und was das bedeutet, mag ich gar nicht denken. Dunkle Verlustängste, etwas was ich nie hatte, beschleichen mich neuerdings.

Umso wichtiger ist die tägliche Freude, das zusammen Geniessen, das Auskosten des Glücksgefühls, mit so einem tollen Lebewesen unterwegs sein zu dürfen!

Khan, ihrem Fohlen, geht es prächtig. Er gedeiht, wächst schnell und ist ein liebenswerter kleiner Kerl. Er steht jetzt allein mit Cupidon, seinem wunderbaren „Ziehvater“ im untern Stall. Imran wurde gelegt und steht für ein paar Tage allein in der Box. Idir, ebenfalls gelegt, hat den Stall verlassen. Cupi und Khan sind gut miteinander; komme ich zu Besuch, so kommt Khan sofort zu mir, Cupidon aber ebenfalls. Von beiden beschnuppert, beide kraulend, was will ich mehr. So ein gutes Gefühl.

Schöne Erfahrung

Vor wenigen Tagen entschieden Georg und ich, wieder – nach langer langer Zeit – zusammen in den Wald reiten zu gehen. Beim ersten Mal wählte ich einen „Schleichweg“ auf weichem Waldboden, schmal und wenig begangen. Serenata war sehr nervös, zappelte und wollte eindeutig schneller vorwärts. Das steckte auch Farah etwas an, auch sie ging einiges schneller als mit anderer Begleitung.

Beim zweiten Mal wählten wir die breiteren Wege und hatten Sämi dabei. Auf diesen Wegen sind natürlich mehr Menschen unterwegs, und prompt begegnete uns der Vierspänner aus Niederbottigen. Wir hatten etwas Mühe zu kreuzen, die Pferde kamen sich sehr nahe, und Serenata kam etwas quer daher, Sämi wählte einen Umweg, nur Farah machte keine Geschichten. Später passierten wir einen Raddeckel eines Autorades. Er glänzte spektakulär und sehr gefährlich in der Sonne, worauf tatsächlich auch Farah etwas näher schauen und damit stillstehen musste. Serenata wollte eigentlich nicht vorbei, im Schlepptau von Farah ging es dann doch. Und an der selben Stelle wurden wir von zwei Reiterinnen überholt, denen sich Serenata gleich anhängen wollte.

Eigentlich hatte ich dann nicht im Sinn, die längere Strecke den Hügel hoch zu reiten, sondern um die Wangenmatte herum, d.h. geradeaus. Serenata war jedoch nicht mehr zu halten, und so galoppierten Georg und sie auf und davon. Sämi schaute hinterher und dann mich an und fragte, was wir machen. Ich zögerte einen Moment. Ginge ich hinterher, gäbe es wohl ein Rennen, dachte ich, denn die beiden waren unseren Augen bereits entschwunden. Ich blieb stehen, gab dann den Befehl, geradeaus weiterzureiten. Farah fragte mehrmals, ob mir das Ernst sei, machte ein paar Schritte, blieb stehen, machte auf Befehl wieder ein paar Schritte. Schliesslich ging sie mit mir weiter, aber sehr nervös und guckte den Hügel hinauf. Sämi folgte uns.

Wir kamen bis Mitte Wangenmatte, und Farah war mir einfach zu zappelig geworden. Schliesslich entschied ich mich, abzusteigen und zu Fuss umzukehren. Wir passierten wieder die Stelle, an der uns Georg und Serenata verlassen hatten. Farah schaute nicht mehr und langsam senkte sie den Kopf und ging entspannt neben mir her. Jetzt musste ich nur noch eine Stelle finden zum Aufsteigen. Den Rest bis zum Stall meisterten wir problemlos.

Erst als ich der Stallbesitzerin erzählte, was geschehen war, und als sie mir sagte, das sei wirklich schön, dass Farah bei mir geblieben sei und nicht den anderen hinterher gerast, erst da wurde mir bewusst, was wir erreicht haben. Farah fühlte sich bei mir genügend gut aufgehoben, um nicht dem Herdentrieb zu gehorchen. So ein gutes Team sind wir nun.

Allein im Wald

Hier nun wieder einmal ein Beitrag über meine Fortschritte mit Farah. Vor lauter Khan ist sie ein wenig untergegangen, und ich habe natürlich nicht nichts mehr mit ihr erlebt. Im Gegenteil 🙂

Die Ausritte mit Stallkamerädli sind zu einer vergnüglichen und wunderbaren Selbstverständlichkeit geworden. Farah und ich bewegen uns im Wald als erfahrenes Team und kennen uns mittlerweile gut. Wir haben, insbesondere mit Hanina und ihrer Besitzerin Eva, immer ausgedehntere Touren unternommen und den Wald auf vielerlei Wegen kennengelernt.

Was mir bis heute gefehlt hat, und wovon ich ja schon immer geträumt habe, ist ein Ausritt ganz allein. Ich habe es immer wieder vor mich her geschoben, der Schritt schien mir etwas gross zu sein – ich weiss eigentlich auch nicht so genau, warum das bisher so gewesen ist.

Heute jedenfalls reservierte ich zuerst den Platz auf dem Hof. Das Wetter war eigentlich nicht so schlecht. Kein Schnee, kein Eis, kein Regen, nicht zu kalt, ein „gäbiger“ Tag. Der Platz war nur zur Hälfte buch- und nutzbar. Was wollte ich da wieder meine Volten drehen und Trabübungen machen? Was hielt mich ab, ganz allein einen Ausflug in den Wald zu machen? NICHTS.

Ich tat es. Es war wundervoll. Ruhig. Gelassen. Eine aufmerksame Farah. Zeitweise sang ich. Die meiste Zeit schwieg ich. Eine ganze Stunde lang, mit Trab. Kein Moment der Aufregung. Alles gut.

Zu Wiederholen 🙂 🙂

Abschied und Neuanfang

nun ist es soweit: Khan ist 7 Monate alt und beginnt, sich für die Stuten zu interessieren, mit denen er auf der Weide steht…Das Risiko einer ungewollten Deckung wollen wir vermeiden. Also muss Khan seine Mama und seine bisherige Herde-in der er sich, nota bene, gegenüber gewissen Pferden zum Rüpel entwickelt habe,-verlassen und zu den Hengsten gezügelt werden.Ein etwas älteres Hengstfohlen aus Frankreich, Jafar, wird mit einem Transporter auf unseren Hof gebracht. Das Ziel: beide zusammen an den neuen Ort führen, wo sie dann zusammen aufwachsen werden. Khan macht uns aber einen Strich durch die Rechnung, denn in den Transporter will er nicht einsteigen. Die Rampe erschreckt ihn. So muss eine andere Verladeart zum Zug kommen. Serenata geht zuerst in Danielas Hanger und Khan folgt ihr einigermassen problemlos.
Im Hanger bleibe ich bei den Beiden. Khan muss lernen, in der Kurve nicht umzufallen. Ab und zu geht er vorwärts und zurück. Ich halte ihn am Führstrick. Derweil ist Serenata fest angebunden. Bei der Hengstweide werden die Neuankömmlinge mit lautem Wiehern begrüsst. Serenata wiehert zurück. Wie merkt sie bloss, dass hier lauter Hengste stehen ?? Nun, das Ausladen geht wie folgt: Serenata muss kurz angebunden werden damit Khan an ihr vorbei vorne aussteigen kann. Er zögert einen Moment, die Rampe ist definitiv nicht sein Ding, dann macht er einen mächtigen Satz über die Rampe hinweg ins Gras! Serenata im Hanger drängt ihm nach. Zum Glück habe ich sie fest angebunden und kann sie zurückhalten. Nicht auszudenken, was sie draussen angerichtet hätte! Sofort muss sie im Hanger zurück in ihren Stall, damit die allgemeine Aufregung nicht eskaliert. Die beiden Hengstfohlen kommen als erstes auf den Platz vor dem Hengststall, wo sie einen ersten Kontakt herstellen können. n der Mitte steht ein Plastikhäuschen mit Heu. Die Beiden beginnen einen Ringelreihen um das Häuschen. Jafar, etwas älter und grösser als Khan, will zu Khan. Dieser misstraut ihm und flüchtet. Jafar, nicht dumm, kehrt um und Khan sieht in plötzlich vor sich. So geht es eine Weile, es kehrt keine Ruhe ein. Daniela fürchtet eine ruhelose Nacht für Khan .Sie holt weitere Absperrgitter, Diese werden so montiert, dass die beiden Fohlen hinter dem Hengststall je eine Box erhalten. Sobald die Fohlen in ihren Boxen sind, geht die Party los. Jafar ist offenbar andere Pferde nicht gewohnt. Am lebendigsten wird es aber, als die 4 grossen Hengste, Cupidon, Imran, Idir und Jazid vorne in den Stall geführt werden. Jafar pöbelt richtig los. am Gitter wird gefightet, Imran lässt sich provozieren, die Beiden schenken sich nichts. Khan dagegen ist lammfromm, anständig begrüsst er Idir. Dieser ist natürlich auch sehr fein mit ihm. Von Imran hält er sich fern. Cupidon bringt schliesslich Jafar zur Ruhe.Sein Bemühen, Khan zu begrüssen, bleibt erfolglos. Khan hält sich vorsichtig zurück.

Am nächsten Morgen sind die 4 Grossen schon auf der Weide als Jafar und Khan auf ihre Weide geführt werden. Diese ist durch ein anderes Weidestück von derjenigen der 4 Grossen abgetrennt. Wir führen die Kleinen zuerst am Strick um die Weide und hüten dsnn dier Zäune, da wir von Jafar gehört haben, dass er Zäune umlegt! Dann lassen wir erst die Kleinen los. Freudig erkunden sie den Platz, alles geht gut. Einzig als die 4Big einen Spurt am Zaun anreissen, kommt kurz Spannung auf. Jafar und Khan reagieren ebenfalls mit einem Spurt. Doch die 4Big machen es gut, stehen und schauen nur interessiert von ferne zu. Jafar und Khan nähern sich vorsichtig einander an. Gut, dass jetzt Platz genug da ist, um sich zurückzuziehen. Bald ist auch Khan mutig genug, um sich Jafar anzunähern. Die Beiden beschnuppern sich und bleiben ruhig. Ouf, ich bin erleichtert, dass sich Khan offenbar gut neu orientiert, auch wenn Mama nicht mehr da ist….

Ausgang

Es ist eine Weile her, dass ich mich hier bemerkbar gemacht habe! Es ging in letzter Zeit vor allem (nur noch, eigentlich) um Khan.

Er ist in den sieben Monaten wirklich gross geworden! Ich staune, wie schnell Pferde wachsen können, und er ist natürlich überaus schön dazu. Da er unter den Augen seines Vaters Rifaï angefangen hat, die Stuten zu behelligen, wechselt er in die Hengstgruppe. Bevor dies jedoch geschieht, wollen Georg und ich ihn noch in die weite Welt hinaus führen – das heisst, in den Wald oberhalb des Stalls. Hilfe leistet uns dazu Martine, die Reitbeteiligung von Farah, die als zusätzliche Begleitung mit ihrer Ruhe und ihren guten Nerven Sicherheit vermitteln kann.

Kaum mit Farah, Serenata und Khan aus dem Stall, begegnet uns ein grosser Lastwagen, der zum Glück viel Verständnis zeigt und brav wartet – gut, er kann auch fast nicht anders, da Khan auf der Strasse anfängt zu tanzen. Georg hat schon etwas mehr Anstrengung als Martine mit Farah und ich mit Serenata, die, wie mir scheint, immer wieder anhält, um die Umgebung zu prüfen. Wir sind auch schon eine ganze Weile nicht miteinander unterwegs gewesen.

Im Wald oben darf Khan dann frei laufen. Er bleibt schon nahe und hat uns im Blick, bleibt aber immer wieder schnuppernd stehen und dreht sich in alle Richtungen. Er macht das richtig gut.

An die Waldspielgruppe haben wir nicht gedacht. Auf dem Weg kommen uns eine Schar Kinder mit Betreuerinnen entgegen. Georg fängt Khan wieder ein, was diesem natürlich gar nicht passt. Er bringt das mit ein paar wilden Sprüngen ausdrücklich zur Geltung 🙂

Auf dem Heimweg passieren wir die wartenden Eltern mit hüpfenden aufgeregten Geschwisterkindern, und die passieren wir problemlos. Alles ging gut, Khan hat zum zweiten Mal, nach dem Ausflug auf die Herbstweide, ein Stücklein Welt ausserhalb des Stalles gesehen.

Trainings

Khan ist ein fröhliches und aufmerksames Hengstfohlen, er wächst schnell und entwickelt sich prächtig! Ich besuche Mutter und Sohn jeden Tag (mit Ausnahmen, wenn es gar nicht möglich ist). Die Bindung zwischen Khan und mir ist bereits eng. Die anfängliche Scheue hat er ganz abgelegt: beim tägli hen Begrūssingsritual – zuerst Serenata, dann Khan – kann er kaum warten, bis er an der Reihe ist und stubst mich auch mal sanft mit der Nase an. Er akzeptiert aber meine Zurückweisung und wartet daraufhin geduldig…

Nach der Angewöhnung an die andern beiden Fohlen mit ihren Müttern sind wir auch im Begriff, Serenatas Fitness aufzubauen. Longieren ist das Rezept. Der kleine Mann macht seine Sache gut; schnell hat er gelernt, nicht zwischen Mutter und mir durchzurennen. Meine Gerte hat schnell reagiert, wenn er den falschen Weg angepeilt hat. Nach 2x versuchen hat Khan begriffen und fröhliche Runden um seine Mutter gedreht. Die Mutter war aber wichtig und immer in seinem Fokus. Mittlerweile sind wir viel weiter, denn Khan kann seelenruhig den Platz inspizieren oder mit einem Plastikkegel spielen, während Serenata mit mir trainiert. Von Zeit zu Zeit jedoch braucht er seine Mama zum trinken. Serenata ist darūber ganz glūcklich, denn ihre Kondition hat deutlich nachgelassen. Wir haben zurzeit auch Führuebungen gemacht. Susanne mit Serenata voran, der Kleine hinter der Mama. Auch da machen wir schnelle Fortschritte. Für einen gemeinsamen Spaziergang in den Wald ist es allerdings noch zu früh! Daneben arbeite ich an den Basisübungen: Halfter anziehen, Hufe geben, striegeln. Khan macht prima mit und macht mir Freude. Zur Belohnung für gutes Mitmachen wird er ausgiebig am Hals und am Mähnenansatz gekrault, was er mit wohligem Strecken des Halses und Flehnen quittiert 🙂 Aber er ist auch ein Schlingel: wenn ich mich zu sehr mit Serenata beschäftige, beim Striegeln, hat er mehrmals versucht, sich zwischen sie und mich zu drängen, einmal hat er auch mit den Hinterhufen nach mir geschlagen. Zum Glūck bin ich darauf vorbereitet gewesen und der Lausbub hat meinen robusten Schuh an seiner Flanke zu spüren bekommen. Sicher wird er nochmals sein „Glück“ versuchen; ich bin auf der Hut und werde notfalls nochmals Leitpferd spielen:). Er lernt ja schnell, das sollte dann genügen.

Letzten Freitag habe ich zum ersten Mal Serenata gesattelt und kurz geritten. Khan war nur kurz etwas verunsichert. Bald folgte er uns nach und konnte dien neue Situation einordnen. Besonders hat mich die Ruhe und Abgeklärtheit von Serenata gefreut. Sie ist nicht nur ein tolles Pferd, sondern auch eine Supermama!

Durchatmen

Ja, es wartet eine weitere Prüfung auf uns. Der Kleine muss koten, das Kindspech loswerden, das den Darmausgang blockieren und eine Kolik auslösen könnte. Leider konnte Daniela den Stellvertreter unserer Tierärztin nicht erreichen. Mitten in der Nacht ist es nicht leicht, eine Fachkraft zu finden. So greifen unsere Hebammen zum Klistier. Einige schwarze klebrige Kotbällchen zeigen die Wirkung. Doch das genügt nicht. Bis sich Stute und Fohlen finden, muss jetzt überwacht werden. Alle ca 30 Minuten sollte das Fohlen trinken. Aus eigenem Antrieb oder von der Mutter animiert. Das klappt zu Beginn nicht wunschgemäss. Die Zeitabstände sind länger und die Stute ist einfach zu müde. Mit etwas Hilfe klappt aber die Versorgung mit Milch, einmal rappelt sich das Fohlen selber auf, dann stupst die Stute den Kleinen sanft an, und wenn beide zu lange schlafen, genügt das Öffnen der Tür, und schon wissen Beide, was Sache ist. Gegen 06.00 hat sich das Mutter-Kind Gespann eingespielt. Ich komme endlich zu knapp 3 Std Schlaf und setze dann die Ūberwachung fort. Daniela hat eine Tierärztin aufbieten können. Sie gibt guten Bericht. Ein weiteres Klistier soll helfen, „normal‘ zu koten. Sie gibt Selen und beurteilt den Zeitraum bis zum Trinken des Colostrums für ok. Ouf!

Nun gilt es, das Fohlen vor Ort zu beobachten und festzustellen, ob normaler Kot austritt. Als das endlich möglich ist, können wir aufatmen.

Schon am Mittag geht es mit der Mutter auf die abgesperrte Weide und die ersten, noch ungelenken Hüpfer zeigen, dass wir es mit einem rassigen Hengst zu tun haben😊. Am Folgetag d.h.heute. dreht er schon seine Galopprunden um die Mama. Diese lässt ihren
Spössling keinen Moment aus den Augen. Alles andere wäre eine grosse Überraschung gewesen!

Khan

Die Welt erscheint mir einfach bunter und interessanter, wenn ich genūgend Schlaf kriege…

man ahnt etwas, und tatsächlich ist es soweit: meine liebste Stute Serenata hat am 10.Juni um 23.05 gefohlt! Tagelang haben wir auf die Geburt gewartet. Haben Serenata, zusammen mit Daniela, über die Stallkamera beobachtet. Sie schien seit Tagen bereit. Sie hatte Vorwehen, die Milch war bereits eingeschossen und dennoch; durchnächtigt musste Daniela an den Folgetagen arbeiten und auch wir haben in den letzten Tagen kaum geschlafen. Irgendeinmal fehlen die Kräfte. Dazu drohte Ungemach: am Dienstag und Mittwoch werden viele Pferde auf die Alpweide gefahren. Das bedeutet für Daniela täglich 5 Fahrten mit Anhänger zuoberst ins Diemtigtal. Unmöglich nach durchwachter Nacht! Also keine Nachtwache am Sonntag und Montag. Die Pokerspielerin Serenata hat den Poker voll ausgereizt. Samstagnacht haben wir bis 23.00 Wache, da meldet sich um 22.30 Daniela: Euer Pferd ist unruhig, ich übernehme die Wache. Keine 20 Minuten später der Alarm: KOMMT!

Wir sausen nach Matzenried und werden mit den Worten begrüsst: Du kannst Deiner Stute gratulieren. Tatsächlich hat Serenata vor wenigen Minuten ihr Baby „hingelegt“. Wir sind überrascht, wie problemlos die Geburt nach diesen mühsamen Tagen nun verlaufen ist, aber natürlich sind wir einfach glücklich! Für Daniela und Allen, die beiden Hebammen, ist das erst der Anfang. Nachdem Khan, der neugeborene Hengst, trockengerieben ist, muss er so rasch als möglich stehen und trinken können. Erste hilflose Versuche scheitern, doch bald steht Khan auf wackeligen Beinen, auf ellenlangen Beinen, notabene. Und jetzt beginnt eine schwierige, weil entscheidende Phase: Khan braucht die erste Milch möglichst schnell. Diese enthält lebenswichtige Nährstoffe und Schutzstoffe. Leider ist er nur ein Mann, das heisst, er hat eine etwas lange Leitung! Bis er, mit Unterstützung der beiden Hebammen, begreift, was gut wäre, dauert es viel zu lange. Ja, und dann zickt seine Mutter, wohl genervt von der langen Vorbereitungszeit und fehlenden Schlafpausen. Sie wehrt sowohl ihren Sohn als auch die helfenden Hände mit den Hinterbeine ab! Mit jeder Viertelstunde „Kampf“ wird die Situation ernster. Wir müssen damit rechnen, dass Serenata ihr Fohlen verliert. Die Nerven liegen blank. Nicht einmal mit dezidierter Zurückweisung lässt sich Serenata überzeugen, dass ihr Baby ihre Milch braucht. Die Hoffnung auf ein Happy End schwindet. Daniela und Ailen wollen ein letztes Mal, nach einigen Minuten Pause, einen Versuch starten. Und da geschieht das schon unmöglich geglaubte: Khan sucht die Zitze und wird nicht mehr abgewehrt. Die Ruhepause hat Serenata gut getan. Aber ohne das Wissen um die drohende Gefahr und den ungebrochenen Willen unserer beiden Hebammen hätte dieser Tag schnell traurig enden können. Eine weitere Hūrde muss jetzt genommen werden: