es ist lange her, seit ich meinen letzten Eintrag verfasst habe. Und es ist viel passiert! Ich musste eine lange Reitpause durchstehen, denn nach der Schulteroperation, die nach Serenatas ungestümen Fressaktionen unausweichlich wurde, begann eine Zwangspause und nach 6 Wochen die Physiotherapie, die noch andauert. Leider hat sich nach der Ops meine Schulter nachts noch ausgekugelt, was im Notfall Salem zwar der Operateur korrigieren konnte; da das Einrenken zu leicht gelang, könne das aber wieder geschehen. Ich fahre also zur Zeit mit angezogenercHandbremse, sozusagen.Glücklich macht mich, dass ich seit einiger Zeit wieder reiten kann! In der reitlosen Zeit hatte ich dass Glück. dass Larina, eine ehemalige Prakti im Stall, zweimal die Woche Serenata ritt.
Ich habe neue Welten angekündigt und die Bilder zeigen sie auch. Was ist passiert? Seit längerem sind wir unglücklich über die Situation im Stall gewesen: das Klima oft angespannt, Überforderung spürbar, ein Gefühl, wir sollten besser mithelfen, als unser Hobby zu geniessen…es liess uns nicht kalt, mitzuerleben, wie Daniela, Ailen, Luca, Lisa, Lea krampften um die Arbeit zu bewältigen. Und wenn dann noch die Nachtwachen bei erwarteten Fohlengeburten die Ressourcen aufsaugten, wurde es kritisch. Ich konnte in der letzten Zeit nicht nehr helfen, was mich belastete. Immer öfter fragten wir uns, was uns im Stall hielt. Und es gab unbestrittene Pluspunkte, wie die schöne Lage, den sanierten Platz beim Stutenauslauf, die sympathischen Pensis, Ailen, die ausnahmslos feinen Praktis, Danielas kompetente Reit-und Longenstunden, die gute Betreuung unserer zufriedenen Serenata und Farah. Viel Gutes und dennoch wog die Spannung, was uns heute wohl erwarten würde, dieses fast auf. Ein Wassertropfen liess schliesslich das Fass überlaufen und gab den Ausschlag für den Entscheid, Stall-Alternativen zu suchen. Ein Zusammenstoss mit Daniela, welcher leider ein entspanntes Miteinander in Zukunft für uns undenkbar machte. So schauten wir uns um. Fanden einen nahe gelegenen Hof, welcher unsere beiden Grossen aufzunehmen bereit war. Allerdings mut ganz anderen Vorzeichen als bisher: die Betreuung der Pferde ist nicht möglich wie im Arij. Es wird weniger gemistet, d.h. wenn mehr gewünscht wird, muss selber Hand angelegt werden. Danielas Reitstunden entfallen. Serenata mit ihren vielen Baustellen ist jetzt auf mich/uns angewiesen . (Natürlich ist im Bedarfsfall auch Fränzi, Tierärztin,da).
Nach unserem Eintreffen führten wir die Pferde auf den kleinen Übungsplatz, wo alles angeschaut und beschnuppert wurde. Noch unsicher, aber mit wachsendem Vertrauen. Die Beiden stehen von 3 Friesen abgetrennt, zusammen. Sie haben sich sofort gefunden. Wohl auch dank unserer gemeinsamen Ausritte. Sie haben eine grosse, eigene Weide. Einen Schreckmoment musste v.a. Serenata verdauen: als die Rinder auf die Weide gelassen wurden und dies mit wilden Sprüngen feierten. Aber bald beruhigte sie sich und fand Gefallen am saftigen Gras. Mittlerweile sind wir ausgeritten, allein und zu zweit auf dem Platz geritten und alles renkt sich ein. Natürlich haben unsere Pferde noch nicht die gleiche Sicherheit. Doch die Fortschritte sind gross! Wir haben, nach dem Wunsch von Dani, sofort zu gehen, unsere Ferienbuchungen abgesagt. Jetzt stehen die Pferde im Mittelpunkt und wir müssen für sie da seib!
Khan, das Fohlen, hat die Möglichkeit, auf eine Fohlenweide zu Gleichaltrigen, zu zügeln. Diesen Hof besichtigen wir und sind von Erbs und von Stall und Weiden begeistert.
Wir warten mit unserer Kündigung bis nach Danielas und Urs‘ Ferien. Sie sollen sich von ihrem Stress erholen. Wir sind uns bewusst, dass unser Abschied von Arij nicht nur für uns schwierig sein wird! Dass es aber so schwierig werden würde, konnten wir nicht glauben. Statt, wie von uns vorgesehen, per Ende Oktober zu zügeln, wünschte Daniela unseren Wegzug auf Ende Woche! Was hätte da das Beharren auf einem Vertrag gebracht, bei dieser Enttäuschung…Also setzten wir alle Hebel in Bewegung und erhielten von allen Seiten Unterstützung. Am Donnerstag ritten wir mit unseren Pferden quer durch den Forst in den neuen Stall. Khan wurde am Freitag Abend von Nora mit ihrem Transporter abgeholt. 39 Minuten hat er sich geweigert, einzusteigen. Dann wars geschafft. Dank Vera, die im Transporter bei Khan blieb und mit Ruhe und Erfahrung die kritischen Momente meistern konnte, verlief der Transfer gut. Schweissgebadet durfte Khan in einer feudalen Einzelbox übernachten.unruhig tigerte er herum. Doch schon am nächsten Tag, auf der grossen Weide, suchte er nicht die Nähe der Jährlingsgruppe sondern stand bei den 3 jährigen! Dort wurde er gehörig zurechtgewiesen und herumgescheucht, was ihn wenig beeindruckte. Zwei Tage später war auf der Weide Ruhe eingekehrt und Khan durfte überall unbehelligt stehen. Ein Stein fiel uns vom Herzen, dass es so gut und rasch möglich wurde.
So und jetzt leben wir uns am neuen Ort ein. Zum Glück kennen wir schon Bigi, Selina und Muriel vom Arij. Die andern Pensis Debora, Tamara und Cinzia haben wie auch schon kennengelernt. Eine sympathische Combo! Wir freuen uns auf jeden neuen Tag!