Mein Mann und ich wollten es wissen. Wir wollten richtig intensiv und gut reiten lernen, am liebsten täglich zwei Mal. Für Serenata wäre dies nicht zumutbar, das ist ja klar, deshalb haben wir einen Ort gesucht, wo es genügend Pferde zum Üben hat und eine gemütliche Unterkunft für die Zeit dazwischen.
Wir sind fündig geworden an der Lenk im Simmental, wo es einen Reitbetrieb gibt, und hatten grosses Glück, dass sowohl die Reitlehrerin als auch das Hotel freie Kapazitäten hatten. Das Hotel ist direkt an die Reithalle angebaut, aus der Lobby ist es möglich, den Reitenden in der Halle zuzuschauen. Mit der Reitlehrerin haben wir eine kundige, sehr nette Person kennengelernt, die für das Reiten lebt und es uns mit viel Spass und Humor zu vermitteln wusste.
Zuerst erschrak ich etwas ob der mächtigen Freibergerpferde, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Ich sass darauf sehr breitbeinig – verglichen mit der immer noch sehr schlanken und feingliedrigen Serenata 🙂 Aber ich wurde wunderbar getragen und im Trab schön hochgehoben. Wir ritten in der Halle zu zweit, manchmal auch zu dritt und übten allerhand Figuren, jedesmal etwas Neues. Auch den Galopp mit dem prächtigen Hengst übten wir, allerdings zur Sicherheit an der Longe.
In den Zwischenzeiten (nach-vor den Reitstunden) genossen wir die wunderbare Bergwelt des Simmentals, wanderten entlang von Bächen und Alpwegen, bewunderten spektakuläre Wasserfälle und freuten uns des Lebens 🙂 Es stimmt schon, in der Schweiz kann man auch wunderbare Ferien machen! Ich war ja schon lange nicht mehr in dieser Art weg von Zuhause.
In der Zwischenzeit wurde Serenata durch eine Pensionärin betreut, gepflegt und bespasst und von der Stallbesitzerin trainiert. Als wir zurückkamen und sie riefen, kam uns Serenata entgegen – uns schien, doch voller Wiedererkennens- und Wiedersehens-Freude.