Herbst!

noch bin ich mit meinem operierten Knie nicht glücklich: Aufstehen und Drehbewegungen schmerzen mehr oder weniger. Aber der Hundespaziergang ist auch ausgedehnt schmerzfrei möglich. Und das Reiten? Das ist das Herrliche: ich geniesse das Reiten in vollen Zügen und wie es mir entspricht, immer etwas am Rand der Vernunft. Meine Physiotherapeutin hat mir geraten, auf den Körper zu hören. Leider meldet dich dieser aber meist erst am „Tag danach“ ☺️, was bedeutet, dass ich mich ab und zu schonen muss. Aber verglichen mit der Freude am Arbeiten und am draussen auf dem Pferd „fliegen“ ist es das mehr als wert.

ich trainiere Serenata regelmässig suf unserem Reitplatz, damit sie die verlorene Bemuskelung wieder aufbaut. Es ist wie früher: ich habe Freude an meiner willigen, motivierten Schülerin. Vieles habe ich ja bei Daniela gelernt, was mir Sicherheit und Ruhe gibt. Eine deutlich längere Longiergerte für gewisse Übungen hat sich auch sehr bewährt. Neu haben wir eine Reitlehrerin zur Seite, die uns bei unserer Arbeit unterstützt. Ich spüre beim Platzreiten, aber auch draussen im Wald, wie Serenata viel mehr die Kraft aus den Hinterbeinen einsetzt. Es fühlt sich anders, besser an, sie so zu reiten.

heute habe ich einen wunderschönen Herbstmorgen mit Serenata und Sämeli erlebt! Susanne ist in der Türkei und bestaunt eindrücklichste Kultur. Mir war die Reise mit vielen, langen Transfers einerseits zu anforderungsreich; zum zweiten und dritten aber hätte ich für mein Knie zu wenig Bewegung gehabt und hätten die Fortschritte mit Serenata gelitten. Ich reite war Serenata im Wald zügig und in allen Gangarten, versichere aber Sämeli, dass wir auf ihn warten. Er trottet uns nach und kennt das Spiel mittlerweile. Und Serenata? Sie ist so herzig: nach längerer Trab- oder Galoppstrecke nahm ich sie jeweils in Schritt und sagte zu ihr: „so wir warten auf Sämi „, liess sie 180 Grad wenden und warten. Mittlerweile, zurück im Schritt, sage ich nur noch “ wir warten“ und schon dreht sich Serenata und hält Ausschau nach ihrem Begleiter!

Sommer!

es sind jetzt 10 Wochen seit meiner Knieops. Alles ist gut verlaufen. Nach 2 Monaten habe ich der Physiotherapeutin meinen Wunsch mitgeteilt: ich möchte schauen, ob das Reiten geht! Sie ist sehr vorsichtig, gleichzeitig aber sportlich und interessiert, die Pferde kemnenzulernen. Das sei Neuland für sie. Und es interessieren sie die Möglichkeiten welche sich für ihre Therapie eröffnen. Kurz und gut: ich hole sie an der Bahnstation ab und sie begleitet meinen ersten Reitversuch. Serenata ist zufrieden. Sie macht mit und nimmt offensichtlich gleichzeitig Rücksicht auf mich. Ich bin im 7. Himmel, endlich wieder reiten.

Die Physio gibt mir Anleitungen, welche vor allem das Aufsteigen zum Ziel haben. Sie ist von Serenata. Und unsetem Stall begeistert und will einmal selber aufsteigen kommen. Ich werde ihr den Wunsch gern erfüllen!

Natürlich gehe ich das Reiten langsam an. Ausritte am frühen Morgen zusammen mit „Schwesterchen“ Farah uns Susanne werden eingeplant. Wir packen die Pferde in Decke und Maske ein um die Bremsen und Fliegen abzuhalten. Gaelle kommt weiterhin 2x die Woche. Ab und zu trainiere ich Serenata am Boden. Sie hat es nötig. Lange Zeit wurde sie „nur“ausgeritten. Beim etsten Training auf unserem Platz ist offensichtlich, dass ihr bei den kleinen Volten im Trab die Kraft fehlt. Doch das kriegen wir bald hin. Nur schade, dass ich mein Knie etwas überstrapaziert hatte (Ausritt mit viel Leichtreiten und dann Gartenarbeit-dringend nötig im verwildernden Garten- und noch eine lange Unterhaltung im Stehen) und jetzt schone und nur wenig mache. Mit Dorothea steht eine Planung an: sie will reiten lernen. Ich werde den Anfang begleiten, bis die eine Pensionärin im Stall ihr Reitstunden geben kann. Das Ziel sind regelmässige Besuche bei Serenata.

Khan habe ich regelmässig besucht. Er entwickelt sich prächtig. Wird gtösser und grösser. Sicher hat er seine Mama schon eingeholt. Das Fell glänzt und sein Braunton wird zunehmend heller. Wenn er so bliebe, hätte ich auch nichts einzuwenden! Ich kann ihn auch wieder führen, wir spazieren auf der Strasse, lernen neue Wege kennen. Ich zeige ihm auch einen andern Anbindeplatz. Früher war es nicht möglich, ihn dort zu pflegen. Heute ist es möglich. Ich freue mich immer auf den grossen Lausbub, schön zu sehen, wie gut er sich in die Herde einfügt. Auch jetzt, wo neue Pferde integriert und andere weggezogen sind. Er hat seine stabile boygroup. Hole ich ihn, so möchten sie alle am liebsten mitkommen 🙂 und beim Zurückkommen wird Khan freudig begrüsst!

begleotet

gute Zeiten-geniessen, schlechte Zeiten-aushalten…

mein letzter Eintrag datiert vom Januar, Serenata im Tierspital. Nachdem sie sich dank sehr guter Pflege erholt hatte, durften wir Serenata abholen. Wieder haben uns Bigi und Olaf mit dem Hanger geholfen. Was die Beiden am Abend nach der Arbeit erwartete, hätten sie wohl nicht gedacht. Serenata wollte nicht einsteigen. Es brauchte unendlich viel Zeit, Wissen, Geduld bis sie endlich so weit war. Merci Euch Beiden von Herzen, ihr wart super!

Frank hatte für Serenata im Stall, den sie zusammen mit Farah und den drei Friesen belegt, eine Abteilung gebaut, so dass sie bei den andern steht und auch einen eigenen Brunnen hat. Die Freude war spürbar, wieder in der alten Umgebung und bei der Herde sein zu dürfen.

Die Schwellung im rechten Bein mussten wir zuerst noch weiterbehandeln und Serenata entsprechend schonen. Mit langsamem Aufbau – spazieren – spazieren mit 5 Min Trab – Schrittreiten mit 10 Min Trab….- fühlte sich Serenata immer besser. Nach langer Zeit ohne Ausritt erschien ihr der Wald wieder gefährlicher. Nach regelmässigem Ausreiten aber hat sich wieder die alte Freude und die alte Energie eingestellt! ich bin sehr froh darüber. GUTE ZEITEN!

Leider hatte ich zunehmend Mühe, meine täglichen Übungen für Rücken und Knie zu machen. Mein rechtes Knie, seit langem eine Baustelle, schmerzte zu sehr. So habe ich mich zu einer Operation entschlossen. In einer Phase, wo es mit Serenata so wunderschön ist, fiel der Entscheid nicht leicht. Seit langem hat mir meine Frau ans Herz gelegt, doch für gerade solche Situationen eine Reitbeteiligung zu suchen. Danielas seinerzeitige Einschätzung, mein Pferd wolle eine einzige Bezugsperson (und nicht uns beide, Susanne und mich) hat mich lange von der Suche abgehalten. Heute ist aber Serenata ein anderes Pferd geworden: sie kann und will mit andern Bezugspersonen arbeiten. Das hat sie mir eindrücklich bewiesen, als sie Marion kennenlernte: Marion ist eine Studentin, die ein Pferd zum Reiten suchte. Schon der erste Kontakt war für mich eine Freude! Serenata begrüsste die „fremde Frau“ als wären sie seit langem bekannt. Der Proberitt auf dem Platz bewies, wie gut Marion reitet und mit Pferden umgeht. Nicht der geringste Widerstand war zu spüren, sie fühlten sich beide wohl. Einige Zeit lang ritt sie Marion, bis der Eintritt ins Spital anstand. Im Spital wurde Serenata von Marion besucht, was eine Reise von Genf nach Bern erforderte… Leider hat Marion eine Praktikumsstelle angetreten und hat in den nächsten 18 Monaten keine Möglichkeit, sie zu reiten. Zwei weitere Reiterinnen kümmern sich zeitweise um Serenata: Cristina und Dorothea. Beide sind noch am Lernen, mit beiden versteht sich aber Serenata gut. Cristina muss sich zur Zeit zurücknehmen und Dorothea ist vielbeschäftigt. Ich bin aber froh, wenn Serenata ab und zu einen Besuch erhält. Drei Tage vor meinem Spitaleintritt hat sich zum Glück wieder ein Türchen geöffnet. Die Studienkollegin von Amandine, der einen Reitbeteiligung von Susanne/Farah, nämlich Gaelle, hat sich erkundigt, ob e eine Möglichkeit gebe, Serenata zu reiten!
Schnell war abgemacht und siehe da: sie ist eine versierte Reiterin, hatte sofort den Draht zu Serenata und geht während meiner Ausfallzeit 2x die Woche zu Serenata. Ein wahrer Glücksfall. Für mich gilt es nun, Geduld zu üben, zu schonen, damit ich möglichst schnell auch wieder im Team sein kann…

Noch ein Wort zu Serenatas Fohlen, Khan. Während der Wintermonate hat er ein etwas strubbeliges Winterfell gebildet. Seit wenigen Wochen nun hat er mit dem Fellwechsel wieder ein glänzendes, schönes Fell, immer mehr mit weiss durchsetzt: bestimmt wird Khan ein Schimmel. Geplant wäre jetzt, das Fohlen in den Verkauf zu bringen. Ob als Hengst oder als Wallach ? Nora vom Hufhof findet, Khan sei ein Spätentwickler, was seiner Rasse entspreche. Nicht zu früh legen, ist die Empfehlung. Und was ist mit der Fohlenweide? Müsste er sie nicht nach spätestens 3 Jahren verlassen? Nora beruhigt. Nein, er darf auch länger bleiben, wenn das nötig wird. Khan ist sehr zutraulich mit mir, lässt sich anstandslos pflegen, gibt gut die Hufe, lässt sich aufhalftern und führen. Draussen sind wir noch nicht überall gleich sicher. Es warten Gespenster am Wegrand, die man kennenlernen muss. Hier hilft mir die lange Ausbildung und Erfahrung mit Serenata. Ich kann ja auch ein bisschen „pferdisch“ und kann damit einordnen, was Khan erlebt. Schön ist, dass Khan sofort kommt wenn ich rufe, dass er sogar an den Zaun kommt, wenn er mein Auto sieht. Dennoch fühlt er sich gut auf der grossen Weide mit seinen Kumpels. Nach meinem Besuch und dem obligaten Rüebli zum Abschied trottet er zu seinen Lieblingspferden zurück. Was will ich noch mehr?

Serenata im Tierspital

Der Winter war bisher für uns sehr gut. Im verschneiten Wald haben wir viele herrliche Ausritte gemacht. Serenata ging es sehr gut, sie ist immer ruhiger und zufriedener geworden. Bis mir vor einigen Tagen, am Donnerstag nach Neujahr, ein geschwollenes Bein auffällt. Kein gutes Zeichen, umsomehr, als keine grössere Verletzung zu sehen ist. Morgane, die Tierärztin kann zum Glück gleich kommen. Sie untersucht, findet ein winziges, aber tiefes Loch, bespricht sich mit Chefin Fränzi und empfiehlt mir, Serenata zur Behandlung ins Tierspital zu bringen. Sie befürchtet mehr als „nur“ einen Einschuss, nämlich eine Verletzung der Beugesehne. Und die entsprechende Behandlung wäre in unserem Stall schwierig. Was tun? Wir haben weder einen Pferdetransporter noch ein Zugfahrzeug. Die tollen Pensionärskollegin und -kollege Bigi und Olaf haben beides. Sie helfen uns sofort und führen Serenata ins Tierspital. Ein Stein fällt mir vom Herzen. Serenata wird gründlich untersucht, die Resultate sind ermutigend. Eine Punktion soll am nächsten Morgen wiederholt werden. Auch dieses Resultat ist gut. Bis am Dienstag soll Serenata überwacht und gepflegt werden. Alles läuft wie am Schnürchen, die Verletzung heilt schnell und gut. Die zuständige Tierärztin teilt mir aber noch die Bedenken ihres Teams wegen der grossen Melanome am Anus mit. Die Empfehlung lautet auf Operation , jetzt, da Serenata ohnehin schonen wird und da sie schon hier steht. Gleichzeitig, da dafür auch sediert werden muss, würden die beiden restlichen oberen vorderen Zähne entfernt. Ich bespreche die Lage auch mit Fränzi und Frank (anschliessend muss Serenata abgesondert stehen können, im Stall und auf der Weide) und entschliesse mich, den Vorschlag anzunehmen. Also wird Serenata am Mittwoch am Anus operiert. Alles läuft glatt. Da die Ops aber schon 3 Std gedauert hat, verzichten die Operateure darauf, gleich noch die Zähne zu ziehen. Die lange Sedation wollen sie der Stute nicht zumuten. Ein Ruhetag wird ihr gut tun! Und so findet das Ziehen der Zähne heute Freitag statt. Ich bin etwas in Sorge, weiss ich doch um die panische Angst von Serenata, wenn es um ihre Zähne geht. Doch alles geht gut. Heute Nachmittag traf ich meine liebe Vierbeinerin in guter Verfassung, zufrieden ihr Spezialmenu mampfend, an. Welch eine Freude! Und jetzt brauchen wir Geduld, bis die Wunden verteilt sind. Ich freue mich, dass wir zwei der schlimmsten Baustellen, mit denen Serenata belastet war, aufgeräumt haben!

neue Welten

es ist lange her, seit ich meinen letzten Eintrag verfasst habe. Und es ist viel passiert! Ich musste eine lange Reitpause durchstehen, denn nach der Schulteroperation, die nach Serenatas ungestümen Fressaktionen unausweichlich wurde, begann eine Zwangspause und nach 6 Wochen die Physiotherapie, die noch andauert. Leider hat sich nach der Ops meine Schulter nachts noch ausgekugelt, was im Notfall Salem zwar der Operateur korrigieren konnte; da das Einrenken zu leicht gelang, könne das aber wieder geschehen. Ich fahre also zur Zeit mit angezogenercHandbremse, sozusagen.Glücklich macht mich, dass ich seit einiger Zeit wieder reiten kann! In der reitlosen Zeit hatte ich dass Glück. dass Larina, eine ehemalige Prakti im Stall, zweimal die Woche Serenata ritt.

Ich habe neue Welten angekündigt und die Bilder zeigen sie auch. Was ist passiert? Seit längerem sind wir unglücklich über die Situation im Stall gewesen: das Klima oft angespannt, Überforderung spürbar, ein Gefühl, wir sollten besser mithelfen, als unser Hobby zu geniessen…es liess uns nicht kalt, mitzuerleben, wie Daniela, Ailen, Luca, Lisa, Lea krampften um die Arbeit zu bewältigen. Und wenn dann noch die Nachtwachen bei erwarteten Fohlengeburten die Ressourcen aufsaugten, wurde es kritisch. Ich konnte in der letzten Zeit nicht nehr helfen, was mich belastete. Immer öfter fragten wir uns, was uns im Stall hielt. Und es gab unbestrittene Pluspunkte, wie die schöne Lage, den sanierten Platz beim Stutenauslauf, die sympathischen Pensis, Ailen, die ausnahmslos feinen Praktis, Danielas kompetente Reit-und Longenstunden, die gute Betreuung unserer zufriedenen Serenata und Farah. Viel Gutes und dennoch wog die Spannung, was uns heute wohl erwarten würde, dieses fast auf. Ein Wassertropfen liess schliesslich das Fass überlaufen und gab den Ausschlag für den Entscheid, Stall-Alternativen zu suchen. Ein Zusammenstoss mit Daniela, welcher leider ein entspanntes Miteinander in Zukunft für uns undenkbar machte. So schauten wir uns um. Fanden einen nahe gelegenen Hof, welcher unsere beiden Grossen aufzunehmen bereit war. Allerdings mut ganz anderen Vorzeichen als bisher: die Betreuung der Pferde ist nicht möglich wie im Arij. Es wird weniger gemistet, d.h. wenn mehr gewünscht wird, muss selber Hand angelegt werden. Danielas Reitstunden entfallen. Serenata mit ihren vielen Baustellen ist jetzt auf mich/uns angewiesen . (Natürlich ist im Bedarfsfall auch Fränzi, Tierärztin,da).

Nach unserem Eintreffen führten wir die Pferde auf den kleinen Übungsplatz, wo alles angeschaut und beschnuppert wurde. Noch unsicher, aber mit wachsendem Vertrauen. Die Beiden stehen von 3 Friesen abgetrennt, zusammen. Sie haben sich sofort gefunden. Wohl auch dank unserer gemeinsamen Ausritte. Sie haben eine grosse, eigene Weide. Einen Schreckmoment musste v.a. Serenata verdauen: als die Rinder auf die Weide gelassen wurden und dies mit wilden Sprüngen feierten. Aber bald beruhigte sie sich und fand Gefallen am saftigen Gras. Mittlerweile sind wir ausgeritten, allein und zu zweit auf dem Platz geritten und alles renkt sich ein. Natürlich haben unsere Pferde noch nicht die gleiche Sicherheit. Doch die Fortschritte sind gross! Wir haben, nach dem Wunsch von Dani, sofort zu gehen, unsere Ferienbuchungen abgesagt. Jetzt stehen die Pferde im Mittelpunkt und wir müssen für sie da seib!

Khan, das Fohlen, hat die Möglichkeit, auf eine Fohlenweide zu Gleichaltrigen, zu zügeln. Diesen Hof besichtigen wir und sind von Erbs und von Stall und Weiden begeistert.

Wir warten mit unserer Kündigung bis nach Danielas und Urs‘ Ferien. Sie sollen sich von ihrem Stress erholen. Wir sind uns bewusst, dass unser Abschied von Arij nicht nur für uns schwierig sein wird! Dass es aber so schwierig werden würde, konnten wir nicht glauben. Statt, wie von uns vorgesehen, per Ende Oktober zu zügeln, wünschte Daniela unseren Wegzug auf Ende Woche! Was hätte da das Beharren auf einem Vertrag gebracht, bei dieser Enttäuschung…Also setzten wir alle Hebel in Bewegung und erhielten von allen Seiten Unterstützung. Am Donnerstag ritten wir mit unseren Pferden quer durch den Forst in den neuen Stall. Khan wurde am Freitag Abend von Nora mit ihrem Transporter abgeholt. 39 Minuten hat er sich geweigert, einzusteigen. Dann wars geschafft. Dank Vera, die im Transporter bei Khan blieb und mit Ruhe und Erfahrung die kritischen Momente meistern konnte, verlief der Transfer gut. Schweissgebadet durfte Khan in einer feudalen Einzelbox übernachten.unruhig tigerte er herum. Doch schon am nächsten Tag, auf der grossen Weide, suchte er nicht die Nähe der Jährlingsgruppe sondern stand bei den 3 jährigen! Dort wurde er gehörig zurechtgewiesen und herumgescheucht, was ihn wenig beeindruckte. Zwei Tage später war auf der Weide Ruhe eingekehrt und Khan durfte überall unbehelligt stehen. Ein Stein fiel uns vom Herzen, dass es so gut und rasch möglich wurde.

So und jetzt leben wir uns am neuen Ort ein. Zum Glück kennen wir schon Bigi, Selina und Muriel vom Arij. Die andern Pensis Debora, Tamara und Cinzia haben wie auch schon kennengelernt. Eine sympathische Combo! Wir freuen uns auf jeden neuen Tag!

wer ist stärker

das saftige Gras in Feld und Wald hat meiner Serenata zu ungewohnter Lebendigkeit, leider auch zu ungewohntem Aufbegehren gegen meine Wünsche, geführt. Kurz, beim Führen über eine saftige Weide hat Serenata ein Dutzendmal den Kopf mit viel Energie graswärts geworfen. Meone bescheidene Kraft reicht in so einem Fall nicht mehr. Mal um Mal zerrte sie mich nach unten, wollte ins Gras. Erst nach dem Reiten im Wald, was uns Beiden viel Freude machte, merkte ich, dass der rechte Arm nicht mehr richtig funktionierte. Das Schlafen in der Nacht wurde zur Qual. In keiner Position fand ich Ruhe vor den Schmerzen. Die Hausärztin empfahl mir, etwas zuzuwarten, aber bei anhaltenden Schmerzen, einen Spezialisten mit MRI zu konsultieren. Es wurde leicht besser und so wagte ich den Ausritt mit Susanne. Leider wächst das Gras zur Zeit überall saftig und verlockend; und so wiederholte sich das Fress-Spiel etwa 20mal beim Reiten. Absatteln war mir unmöglich. Die Schulter schmerzte noch viel mehr. Also MRI und Spezialist. Fazit: meine Lieblingsstute hat zwar zerrissen, was da war. Der Schaden sei aber schon deutlich früher entstanden. Jetzt sei alles kaputt, was kaputt sein kann. Also wurde die Schulter operiert und meine Pferdeaktivitäten sind bis im Herbst auf Träume beschränkt. Es wird Geduld kosten und viel Willen, nicht zu früh das geliebte Hobby auszuüben.

Baustellen…

es ist leider nichts Neues in unserer Geschichte, dass mir Serenata Sorgen macht. Zur Zeit hat sie gleich mit mehreren Problemen zu kämpfen: mit den Melanomen an Schwanz und After, die sich öffneten und nun von mir täglich behandelt werden müssen. Mit einem geheimnisvollen Verlust der Behaarung am Kopf, möglicherweise eine Art Futterallergie. Auch hier muss 2x täglich behandelt werden. Und schliesslich- möglicherweise im Zusammenhang mit dem Verlust der Behaarung- eine starke Fühligkeit um das Maul. Die äusserte sich beim Reiten, bei der Reaktion auf die Zügel. Daniela riet mir, mit Halsring zu reiten, was ihr offensichtlich behagte. Das Ausreiten dagegen macht uns beiden weiterhin Freude. Auch mit Hanina und Farah zusammen fügte sich mein Wildling und machte die ganze Runde im Schritt mit, ohne aufzubegehren.

Dadurch, dass ich nun täglich bei ihr bin, sei es auch nur um sie zu pflegen, ist unsere Beziehung noch enger geworden. Es ist sehr schön, zu spüren, dass Serenata begreift, dass ich für sie sorge, auch wenn die Pflege wohl nicht immer angenehm ist…

Fränzi, die Tierärztin, war gestern da und hat versucht, einen Blick in Serenatas Maul zu werfen. No way! Serenata lässt es nicht zu. Mir schwant Schlimmes. Ihre unheilbare Krankheit könnte ihr Schmerzen bereiten. Auch müsste sie fie Zahnpflege zulassen. Ohne starke Sedation keine Chance.

ich sorge mich, denn wohl isst Serenata mit Feuereifer alles, was sie bekommt (oder leider ab und zu auch was sie sich beim Ausritt oder Führen selbst zuspricht🤨🤨). Das könnte aber ändern, wenn die Schmerzen im Maul zunehmen. Und was das bedeutet, mag ich gar nicht denken. Dunkle Verlustängste, etwas was ich nie hatte, beschleichen mich neuerdings.

Umso wichtiger ist die tägliche Freude, das zusammen Geniessen, das Auskosten des Glücksgefühls, mit so einem tollen Lebewesen unterwegs sein zu dürfen!

Khan, ihrem Fohlen, geht es prächtig. Er gedeiht, wächst schnell und ist ein liebenswerter kleiner Kerl. Er steht jetzt allein mit Cupidon, seinem wunderbaren „Ziehvater“ im untern Stall. Imran wurde gelegt und steht für ein paar Tage allein in der Box. Idir, ebenfalls gelegt, hat den Stall verlassen. Cupi und Khan sind gut miteinander; komme ich zu Besuch, so kommt Khan sofort zu mir, Cupidon aber ebenfalls. Von beiden beschnuppert, beide kraulend, was will ich mehr. So ein gutes Gefühl.