Serenata geht es gut und Khan wird gebremst

Wir haben -für ReiterInnen- fantastische Wochen erleben dürfen: das Ausreiten hat so viel Spass gemacht. Das Wetter war nicht zu kalt und nicht zu heiss, der Niederschlag hat sich in Grenzen gehalten, es war einfach toll. Serenata macht mir immer wieder Freude. Am meisten geniesse ich den Ausritt allein mit ihr, da darf sie auch richtig Gas geben. Mit Farah zusammen reiten wir gemächlicher, schon nur um Sämi zu schonen, der das Alter immer stärker spürt, trotz Physio und neuerdings auch einer kleinen Dosis Schmerzmittel jeden Tag.

Bei uns haben sich Änderungen ergeben; Anett hat sich als meine RB sehr gut bewährt; Serenata reagiert gut auf Anett und Anett fühlt sich gut mit Serenata. Dazu muss man bemerken, dass es Anett gelungen ist, mit viel Geduld und Zeit die Nähe zu Serenata zu finden. Sie betreut Serenata nun 2 x in der Woche und hat mit pflegen und spazieren angefangen. Heute geniesst sie den Ausritt und fühlt sich sicher. Ich freue mich sehr, in Anett eine zuverlässige, liebenswerte und gefreute RB gefunden zu haben!

Weiterhin kommt Gaelle einmal die Woche. Ab und zu ist es ihr aber nicht möglich, da sie im Studium ihre Verpflichtungen hat. Da ich aber auch 3 – 4 x im Stall bin, ist Serenata sehr gut betreut. Daneben freut sie sich auf die Weide, wo sie sich austobt und ausgiebig futtern kann.

Khan hat sich vor einiger Zeit beim Spazieren aufgelehnt. Er wollte nicht mehr spazieren, stand einfach still. Und als ob das nicht genug wäre, hat er sich zur Wehr gesetzt und mich mit wilden Bocksprüngen und Steigen mit den Vorderbeinen ziemlich gefordert. Ich habe meine Grenzen erkannt. Jetzt will er eine professionelle Führung. Ich möchte keine Fehler machen, so toll wie er bisher war. Ein liebenswerter, fröhlicher, williger Junghengst soll nicht durch falsches Verhalten verteufelt werden. In Andrea Heller habe ich die geeignete Person gefunden.. Sie nimmt ihn beim Stall in Landerswil auf den Roundpen. Bringt ihm zuerst Distanz und Anstand bei. Die erste „Stunde“ , 30 Minuten, bestand nur aus geduldigem Aufzeigen seiner Grenzen. beim zweiten Mal fügte sich Khan bereits nach 2 Minuten 40. Er liess sich schön führen und kontrolliert frei Traben. Es folgten das Parkieren an der Aufstiegshilfe, das Longieren, das Auflegen von Pad mit Sattelgurt, das Aushalten einer hüpfenden Andrea neben sich, das Aushalten eines Beines auf dem Rücken und letztlich das Einsteigen in den Hanger – ein Trauma seit der Züglete von Matzenried nach Landerswil. Andrea behält die Ruhe und Geduld. Step by Step lernt Khan zu vertrauen und macht seine Sache schon sehr gut. in einer Woche ist es voraussichtlich soweit, dass er zum ersten Mal einen richtigen Sattel auf dem Rücken spüren darf.

Gestern wurde Khan gelegt, kastriert. Ich habe ihn noch gepflegt, übernommen haben ihn dann Nora Erb und die Tierärzte vom NPZ, Beat Wampfler und Nadia. Sediert wurde er in den Laufstell geführt, dort zum Schlafen gebracht und liegend operiert. Mit viel Erfahrung haben die Drei die Ops durchgeführt. Beim anschliessenden Rausch-Ausschlafen hat Khan zum Träumen leicht geschnarcht, bis er nach einer Weile mit einem Satz aufsprang. Hat er wohl einen dynamischen Traum geträumt ? Selina vom NPZ hat ihn dann zum definitiven Aufwachen am Halfter gehalten.

Leider folgt dann der traurigste Teil: das Inserieren, das suchen nach einem/einer neuen Besitzer/Besitzerin. Natürlich weiss ich und war es von Anfang an klar, dass Khan nicht bei uns bleiben kann. Die knapp 3 Jahre mit ihm waren aber bereichernd und schön. Das Aufwachsen und die Entwicklung mitverfolgen zu können war fantastisch und ich bereue den seinerzeitigen Entscheid, Serenata zu decken, keine Sekunde!

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