gute Zeiten-geniessen, schlechte Zeiten-aushalten…

mein letzter Eintrag datiert vom Januar, Serenata im Tierspital. Nachdem sie sich dank sehr guter Pflege erholt hatte, durften wir Serenata abholen. Wieder haben uns Bigi und Olaf mit dem Hanger geholfen. Was die Beiden am Abend nach der Arbeit erwartete, hätten sie wohl nicht gedacht. Serenata wollte nicht einsteigen. Es brauchte unendlich viel Zeit, Wissen, Geduld bis sie endlich so weit war. Merci Euch Beiden von Herzen, ihr wart super!

Frank hatte für Serenata im Stall, den sie zusammen mit Farah und den drei Friesen belegt, eine Abteilung gebaut, so dass sie bei den andern steht und auch einen eigenen Brunnen hat. Die Freude war spürbar, wieder in der alten Umgebung und bei der Herde sein zu dürfen.

Die Schwellung im rechten Bein mussten wir zuerst noch weiterbehandeln und Serenata entsprechend schonen. Mit langsamem Aufbau – spazieren – spazieren mit 5 Min Trab – Schrittreiten mit 10 Min Trab….- fühlte sich Serenata immer besser. Nach langer Zeit ohne Ausritt erschien ihr der Wald wieder gefährlicher. Nach regelmässigem Ausreiten aber hat sich wieder die alte Freude und die alte Energie eingestellt! ich bin sehr froh darüber. GUTE ZEITEN!

Leider hatte ich zunehmend Mühe, meine täglichen Übungen für Rücken und Knie zu machen. Mein rechtes Knie, seit langem eine Baustelle, schmerzte zu sehr. So habe ich mich zu einer Operation entschlossen. In einer Phase, wo es mit Serenata so wunderschön ist, fiel der Entscheid nicht leicht. Seit langem hat mir meine Frau ans Herz gelegt, doch für gerade solche Situationen eine Reitbeteiligung zu suchen. Danielas seinerzeitige Einschätzung, mein Pferd wolle eine einzige Bezugsperson (und nicht uns beide, Susanne und mich) hat mich lange von der Suche abgehalten. Heute ist aber Serenata ein anderes Pferd geworden: sie kann und will mit andern Bezugspersonen arbeiten. Das hat sie mir eindrücklich bewiesen, als sie Marion kennenlernte: Marion ist eine Studentin, die ein Pferd zum Reiten suchte. Schon der erste Kontakt war für mich eine Freude! Serenata begrüsste die „fremde Frau“ als wären sie seit langem bekannt. Der Proberitt auf dem Platz bewies, wie gut Marion reitet und mit Pferden umgeht. Nicht der geringste Widerstand war zu spüren, sie fühlten sich beide wohl. Einige Zeit lang ritt sie Marion, bis der Eintritt ins Spital anstand. Im Spital wurde Serenata von Marion besucht, was eine Reise von Genf nach Bern erforderte… Leider hat Marion eine Praktikumsstelle angetreten und hat in den nächsten 18 Monaten keine Möglichkeit, sie zu reiten. Zwei weitere Reiterinnen kümmern sich zeitweise um Serenata: Cristina und Dorothea. Beide sind noch am Lernen, mit beiden versteht sich aber Serenata gut. Cristina muss sich zur Zeit zurücknehmen und Dorothea ist vielbeschäftigt. Ich bin aber froh, wenn Serenata ab und zu einen Besuch erhält. Drei Tage vor meinem Spitaleintritt hat sich zum Glück wieder ein Türchen geöffnet. Die Studienkollegin von Amandine, der einen Reitbeteiligung von Susanne/Farah, nämlich Gaelle, hat sich erkundigt, ob e eine Möglichkeit gebe, Serenata zu reiten!
Schnell war abgemacht und siehe da: sie ist eine versierte Reiterin, hatte sofort den Draht zu Serenata und geht während meiner Ausfallzeit 2x die Woche zu Serenata. Ein wahrer Glücksfall. Für mich gilt es nun, Geduld zu üben, zu schonen, damit ich möglichst schnell auch wieder im Team sein kann…

Noch ein Wort zu Serenatas Fohlen, Khan. Während der Wintermonate hat er ein etwas strubbeliges Winterfell gebildet. Seit wenigen Wochen nun hat er mit dem Fellwechsel wieder ein glänzendes, schönes Fell, immer mehr mit weiss durchsetzt: bestimmt wird Khan ein Schimmel. Geplant wäre jetzt, das Fohlen in den Verkauf zu bringen. Ob als Hengst oder als Wallach ? Nora vom Hufhof findet, Khan sei ein Spätentwickler, was seiner Rasse entspreche. Nicht zu früh legen, ist die Empfehlung. Und was ist mit der Fohlenweide? Müsste er sie nicht nach spätestens 3 Jahren verlassen? Nora beruhigt. Nein, er darf auch länger bleiben, wenn das nötig wird. Khan ist sehr zutraulich mit mir, lässt sich anstandslos pflegen, gibt gut die Hufe, lässt sich aufhalftern und führen. Draussen sind wir noch nicht überall gleich sicher. Es warten Gespenster am Wegrand, die man kennenlernen muss. Hier hilft mir die lange Ausbildung und Erfahrung mit Serenata. Ich kann ja auch ein bisschen „pferdisch“ und kann damit einordnen, was Khan erlebt. Schön ist, dass Khan sofort kommt wenn ich rufe, dass er sogar an den Zaun kommt, wenn er mein Auto sieht. Dennoch fühlt er sich gut auf der grossen Weide mit seinen Kumpels. Nach meinem Besuch und dem obligaten Rüebli zum Abschied trottet er zu seinen Lieblingspferden zurück. Was will ich noch mehr?

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