Schöne Erfahrung

Vor wenigen Tagen entschieden Georg und ich, wieder – nach langer langer Zeit – zusammen in den Wald reiten zu gehen. Beim ersten Mal wählte ich einen „Schleichweg“ auf weichem Waldboden, schmal und wenig begangen. Serenata war sehr nervös, zappelte und wollte eindeutig schneller vorwärts. Das steckte auch Farah etwas an, auch sie ging einiges schneller als mit anderer Begleitung.

Beim zweiten Mal wählten wir die breiteren Wege und hatten Sämi dabei. Auf diesen Wegen sind natürlich mehr Menschen unterwegs, und prompt begegnete uns der Vierspänner aus Niederbottigen. Wir hatten etwas Mühe zu kreuzen, die Pferde kamen sich sehr nahe, und Serenata kam etwas quer daher, Sämi wählte einen Umweg, nur Farah machte keine Geschichten. Später passierten wir einen Raddeckel eines Autorades. Er glänzte spektakulär und sehr gefährlich in der Sonne, worauf tatsächlich auch Farah etwas näher schauen und damit stillstehen musste. Serenata wollte eigentlich nicht vorbei, im Schlepptau von Farah ging es dann doch. Und an der selben Stelle wurden wir von zwei Reiterinnen überholt, denen sich Serenata gleich anhängen wollte.

Eigentlich hatte ich dann nicht im Sinn, die längere Strecke den Hügel hoch zu reiten, sondern um die Wangenmatte herum, d.h. geradeaus. Serenata war jedoch nicht mehr zu halten, und so galoppierten Georg und sie auf und davon. Sämi schaute hinterher und dann mich an und fragte, was wir machen. Ich zögerte einen Moment. Ginge ich hinterher, gäbe es wohl ein Rennen, dachte ich, denn die beiden waren unseren Augen bereits entschwunden. Ich blieb stehen, gab dann den Befehl, geradeaus weiterzureiten. Farah fragte mehrmals, ob mir das Ernst sei, machte ein paar Schritte, blieb stehen, machte auf Befehl wieder ein paar Schritte. Schliesslich ging sie mit mir weiter, aber sehr nervös und guckte den Hügel hinauf. Sämi folgte uns.

Wir kamen bis Mitte Wangenmatte, und Farah war mir einfach zu zappelig geworden. Schliesslich entschied ich mich, abzusteigen und zu Fuss umzukehren. Wir passierten wieder die Stelle, an der uns Georg und Serenata verlassen hatten. Farah schaute nicht mehr und langsam senkte sie den Kopf und ging entspannt neben mir her. Jetzt musste ich nur noch eine Stelle finden zum Aufsteigen. Den Rest bis zum Stall meisterten wir problemlos.

Erst als ich der Stallbesitzerin erzählte, was geschehen war, und als sie mir sagte, das sei wirklich schön, dass Farah bei mir geblieben sei und nicht den anderen hinterher gerast, erst da wurde mir bewusst, was wir erreicht haben. Farah fühlte sich bei mir genügend gut aufgehoben, um nicht dem Herdentrieb zu gehorchen. So ein gutes Team sind wir nun.

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