Durchatmen

Ja, es wartet eine weitere Prüfung auf uns. Der Kleine muss koten, das Kindspech loswerden, das den Darmausgang blockieren und eine Kolik auslösen könnte. Leider konnte Daniela den Stellvertreter unserer Tierärztin nicht erreichen. Mitten in der Nacht ist es nicht leicht, eine Fachkraft zu finden. So greifen unsere Hebammen zum Klistier. Einige schwarze klebrige Kotbällchen zeigen die Wirkung. Doch das genügt nicht. Bis sich Stute und Fohlen finden, muss jetzt überwacht werden. Alle ca 30 Minuten sollte das Fohlen trinken. Aus eigenem Antrieb oder von der Mutter animiert. Das klappt zu Beginn nicht wunschgemäss. Die Zeitabstände sind länger und die Stute ist einfach zu müde. Mit etwas Hilfe klappt aber die Versorgung mit Milch, einmal rappelt sich das Fohlen selber auf, dann stupst die Stute den Kleinen sanft an, und wenn beide zu lange schlafen, genügt das Öffnen der Tür, und schon wissen Beide, was Sache ist. Gegen 06.00 hat sich das Mutter-Kind Gespann eingespielt. Ich komme endlich zu knapp 3 Std Schlaf und setze dann die Ūberwachung fort. Daniela hat eine Tierärztin aufbieten können. Sie gibt guten Bericht. Ein weiteres Klistier soll helfen, „normal‘ zu koten. Sie gibt Selen und beurteilt den Zeitraum bis zum Trinken des Colostrums für ok. Ouf!

Nun gilt es, das Fohlen vor Ort zu beobachten und festzustellen, ob normaler Kot austritt. Als das endlich möglich ist, können wir aufatmen.

Schon am Mittag geht es mit der Mutter auf die abgesperrte Weide und die ersten, noch ungelenken Hüpfer zeigen, dass wir es mit einem rassigen Hengst zu tun haben😊. Am Folgetag d.h.heute. dreht er schon seine Galopprunden um die Mama. Diese lässt ihren
Spössling keinen Moment aus den Augen. Alles andere wäre eine grosse Überraschung gewesen!

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