Schieflage

Wir wollen das Anspringen üben heute, erklärt mir die Reitlehrerin, deshalb stehen heute keine Pylonen auf dem Platz – das war am 26. März. Wir hatten zuvor fleissig geübt, um die Pylonen herum zu reiten in allerlei möglichen Kombinationen von Kreisen, 8er-Figuren, Schlangenlinien und so weiter. Wir übten im Schritt und im Trab. Farah und ich hatten grosse Fortschritte gemacht, ich fühlte mich auf ihr sicher und auch sie war offensichtlich gut trainiert und machte wunderbar mit. Der Trab war langsam geworden und ihre Kraft liess das zu. Ein grosser Schritt vom „Nähmaschinentrab“ der Vergangenheit! Auch in den Kurven kann Farah mich mittlerweile gut tragen und wir hatten extrem viel Freude, Reitlehrerin inklusive.

So versuchten wir es also mit dem Galopp, d.h. eben nur anspringen, dann gleich wieder abbremsen. Das ist schwierig für Farah, weil wir in einer Kurve anspringen, und sie Mühe mit dem Gleichgewicht hat. Bis jetzt hat sie lediglich die Kadenz gesteigert und auch das Tempo, und mir gelang mehrmals kein Anspringen. Ob sie überhaupt gut angeritten ist und den Galopp-Befehl kennt? Oder war es früher so, dass sie auf der Rennbahn einfach losgerannt ist, wenn die Türen aufgingen und ihr der Jockey die Füsse in die Seiten gerammt hat?

Jedenfalls ging es plötzlich einmal, und ich konnte sie um zwei Kurven im Galopp reiten und dann abbremsen. Also noch einmal. Und das ging leider schief. Diesmal war ich es, die das Gleichgewicht verlor – den Sturz konnte ich noch abdämpfen, indem ich mich an Farahs Hals hielt. Trotzdem tat es weh und tut es noch. Auch im Kopf.

Farah schnupperte an mir, als ich auf dem Boden sass, als wollte sie fragen, was machst du denn da unten? Nachdem ich wieder zu Luft gekommen war, stieg ich wieder auf und ritt noch ein paar Schlangenlinien im Schritt und im Trab. Seither habe ich auch wieder Reitunterricht gehabt, trotz Schmerzen im unteren Rücken. Es ist wichtig für den Kopf.

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