Letzten Freitag fasste ich Mut und schlüpfte wieder in meine Pferdeschuhe. Es gibt mir mehr Sicherheit, nahe am Pferd zu sein mit den geschlossenen, etwas festen Lederschuhen als mit den Teva-Sandalen, in denen meine nackten Füsse stecken. Das Anziehen der Schuhe bereitete mir etwas Mühe, weil ich die Zehen zuerst strecken, dann in die Biegung bringen muss. Aber es ging ganz gut, und im Schuh drin fühlte ich mich dann richtig gut und sicher.
So durfte ich wieder einmal, nach mehreren Monaten, Farah aus dem Stall an die Anbinde führen, sie putzen und mit ihr auf den Trainingsplatz zum Üben. Wir fingen mit einfachen Führübungen an, und es zeigte sich, dass Farah sich angewöhnt hat, mich zwar wahrzunehmen als jemand, der kommt, schmust, streichelt, den Bauch kratzt und lieb spricht – aber nicht mehr als Chefin, die anzeigt, was sie erwartet. So trottete sie zögerlich und etwas verwundert neben mir her und hatte es nicht allzu eilig, mir zu folgen. Farah hätte gern am Boden rumgeschnuppert, am Rand des Trainingsplatzes am Grünzeug geknabbert, sich dann kraulen lassen, die Gegend betrachtet und eventuell sich gern gewälzt. Daniela machte mich darauf aufmerksam, dass ich jetzt meine Energie wieder hochfahren und meine Stellung Farah gegenüber klar und deutlich dokumentieren soll.
Wir arbeiteten eine Weile frei, Farah ging brav und die Pylonen herum, nicht ganz so eng, wie ich es gewünscht hätte, aber für den Anfang ganz ok. Danach arbeiteten wir mit der Longe, und Farah musste realisieren, dass ich noch Trab – zuerst aussen um die Pylonen herum, danach innen herum – verlangte, obwohl für sie die Lektion bereits hätte zu Ende sein dürfen 🙂
Sie machte aber brav mit und trabte munter um die Pylonen herum, wie ich es von ihr wollte. Das Mash danach genoss sie dann sehr 🙂