Seit wir bei Serenata Mauke behandeln und ihr Bein geschwollen ist, sind wir damit beschäftigt, die befallenen Stellen mit spezieller Seife auszuwaschen und ihre Schwellung mit kühlender Masse zu bekleistern. Langsam schwillt das Sprunggelenk ab, und die Sache hat sich nach weiter unten zum Fesselgelenk verlagert. So lange sie ein geschwollenes Bein hat, sollen wir sie nicht reiten oder zu sehr belasten, d.h. auch kein Training auf dem Platz.
Serenata platzt allerdings fast vor Energie. Sie und die ganze Natur sind gegenwärtig in Aufruhr. Kommt noch dazu, dass heute die Stutenherde von Daniela auf die Alp verfrachtet wurde, und entsprechend Betrieb herrschte. Nicht alle Pferde wollten einfach diskussionslos einsteigen in die dunklen Höhlen von Transportern, etwas Spannung war da und dort in der Luft.
Ich wünschte mir, jemand würde entlang der Strasse und der Wanderwege im Wald mal das üppige Gras mähen. Als wir heute loszogen, war es nach 12h und Serenata hatte schon ein Hüngerchen. Angesichts des Grases entlang des Wegs war sie kaum noch zu kontrollieren. Es ist für mich nach wie vor schwierig, mir diese vielen hundert Kilo Pferd von Hals und Füssen zu halten (auch wenn es auf dem Bild gerade recht entspannt wirkt, so ist Serenatas Aufmerksamkeit doch sehr auf den Wegrand gerichtet). Serenata versucht es mittlerweile nicht nur damit, mich an den Wegrand wegzudrücken, sie versucht es mittlerweile vor mir und auch hinter mir, an das Gras zu kommen. Lustig ist das nicht, und ich will nichts riskieren, was uns beide in Bedrängnis bringt.
So übergab ich schweren Herzens wieder einmal meinem Mann.
Den letzten Teil Heimweg schafften wir es dann doch noch miteinander. Und auch am Transporter ging sie dann noch einigermassen gefasst mit mir vorbei, so dass ich diesen Ausflug nicht in allzu schlechter Erinnerung behalte.