Als Serenata zu uns gekommen war, roch sie übel aus dem Mund, und die Tierärztin, die Serenatas Zähne und Zahnfleisch nur nach zweimaligem Sedieren untersuchen konnte, stellte schlimme Entzündungen des Zahnfleischs fest und warnte uns, Serenata könnte allenfalls ihre Schneidezähne verlieren, weil ihr Zahnfleisch so lange gelitten hat.
Wir begannen mit allerlei Behandlungsmethoden, waren allerdings durch die vielen weiteren Gesundheitsprobleme von Serenata mit Prioritäten anderweitig beschäftigt. Am Anfang spritzten die Praktikantinnen auf dem Hof Serenata regelmässig einen Kräutersud, schliesslich begannen wir, d.h. mein Mann dann mit dieser Aufgabe. Der Kräutersud setzt sich zusammen aus Ringelblumen, Kamille, Salbei, Himbeer und weiteren – so genau weiss ich es zugegebenermassen nicht – und wird mit einer Riesenspritze wenn möglich direkt ans Zahnfleisch gebracht. Am Anfang war das eine Tortur, denn Serenata wollte ja niemanden an ihr Maul lassen – und so spritzte die Sache auf dem halben Hof herum, in unsere Haare, auf die Kleider, auf andere Menschen, die zufällig daneben standen, eine Gaudi 🙂
Nun sehen wir, was die regelmässige Anwendung gebracht hat. Nach Üben und Ausreiten scheint Serenata jedes Mal zu fragen: und wo bleibt meine Spritze? Sie liebt den Sud und schleckt die Spritze und scheint nicht genug davon zu bekommen.