Cool bleiben

Auf unserem heutigen Ritt durch den Forst haben wir mehr als eine herausfordernde Begegnung gehabt. Mein Mann ist nebenher gegangen mit Sämi und ich bin geritten. Serenata war heute, wie schon gestern beim Training auf dem Platz frühlingsmüde, sie brauchte viel Antrieb schon auf dem Weg zum Wald. Vielleicht kam es mir zugut, dass sie nicht schon ganz zapplig war, als wir starteten.

Auf unserem gewohnten Weg im Wald kam uns zuerst ein Vierspänner entgegen. So etwas hatte Serenata wohl noch nie gesehen, und sie schnaufte laut und drehte aufgeregt den Kopf in Richtung dieser vier Pferde und dem Monster, das sie hinter sich her zogen. Zuerst ging ich mit ihr vom Weg ab und blieb stehen. Der Kutscher jedoch, der Serenata ansah, wie ungeheuer ihr das alles war, meinte dann, vielleicht sei es besser, wenn er anhalte und ich weiterreite. Das verlief dann doch recht problemlos, und ich war ja so stolz auf meine Schöne 🙂

Weiter kam uns auf dem Weg eine Reiterin entgegen, und genau an der Stelle, an der wir hätten kreuzen sollen, hielt ein Mann am Wegrand und hielt seinen Hund fest. Hätte ich gekreuzt mit der Reiterin, hätten wir uns wohl berührt, und das wollte ich natürlich nicht riskieren. Ich hielt also vor dem Mann mit Hund an und liess die Reiterin vorbei. Aber da hatte Serenata nichts anderes mehr im Sinn als der hinterher, und ich konnte sie kaum noch wenden, seitlich machte sie zwei Schritte auf den Mann mit dem Hund zu, zu dem sich auch noch mein Mann mit Hund gesellt hatte, und ich sah Sämi unter Serenata verschwinden und laut aufjaulen. Herrjeh! „Ich bin mit Serenata voll beschäftigt und kann nicht auch noch auf Sämi aufpassen“, rief ich, aber es ging irgendwie, ganz ohne Verletzte. Puh!

Dann hatten wir Zeit für einige Intervallübungen, Schritt-Trab-Schritt-Trab. Die Reitlehrerin hatte uns dies empfohlen als Training für Serenatas Muskulatur. Das ging sehr gut, bis sich Serenata dauernd versuchte, quer zu stellen um nach hinten zu gucken. Und da kam ein Trupp Reiter näher, sicher 4-5 Leute. Eigentlich wollte ich ja meinem Mann nicht davonreiten und umkehren, aber als ich realisierte, dass eine Reiterschaft im Anzug war, versuchte ich nach vorn wegzutraben, was gar nicht einfach war. Serenata hätte sich am liebsten denen hinten angeschlossen, was sie ja von der Ranch, wo sie herkommt, gewohnt ist.

Eingangs Wald stieg ich dann ab, weil es mir zu hektisch wurde und führte Serenata die Strasse Richtung Stall. Und da noch ein Zwischenfall: Serenatas Beine traten plötzlich gegen meine, beinahe hätte ich den Halt verloren und ich spürte einen heftigen Schmerz unter der rechten Wade. Was war das denn? Mein Mann meinte, Serenata hätte sich an einer Krähe erschreckt, die vom Feld auf der rechten Seite aufgeflogen war, was ich natürlich nicht sehen konnte. Zum Glück hatte ich mich, trotz der Wärme, für die Winterstiefel entschieden, nicht die Sommerstiefel und Chaps!

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