Die letzten zwei Male haben wir mit Serenata am Abend geübt. Zuerst ist die Wallach-Gruppe vom einen Teil des Vierecks in die Ställe getrieben worden, dann die Stutengruppe von der anderen Seite des Vierecks in den Gruppenlaufstall. Serenata sah die Pferde alle verschwinden (zum Fressen, das weiss sie genau!!) und sich allein auf dem Viereck und geriet in Panik. Sie raste hin und her mit Vollstop vor dem Absperrband, sie geriet so ins Schleudern, dass sie auf dem noch gefrorenen Teil des Vierecks ausrutschte und voll auf die Seite knallte. Puh, uns blieb grad kurz die Luft weg, aber sie war sofort wieder auf den Beinen. Wir befanden uns ausserhalb des Vierecks und wussten grad nicht so recht, wie mit diesem wilden Tier umzugehen sei.
Erst als Daniela das Viereck betrat, beruhigte sie sich, und dann war sie recht brav. Das Longieren scheint sie nicht zu kennen, Daniela hat es zuerst mit dem Halfter eingeleitet, der Kappzaum folgt später. Longieren werden wir brauchen, um ihre Muskeln aufzubauen.
Die Panik entstand, weil alle Pferde das Sichtfeld verliessen und Serenata allein auf dem Platz, innerhalb der Absperrung, bleiben musste. So fühlte sie sich allein und verlassen. Wir hätten in die Mitte des Vierecks stehen sollen, das hätte ihr Sicherheit gegeben. Wer von uns will das wohl machen, flachst mein Mann… Wenn Serenata so buckelt und mit den Hinterbeinen ausschlägt, ist sie nicht mehr das sanfte Wesen, das ihre Augen spiegeln. Dann ist sie eher ein wilder Mustang 🙂
Die nächste Zeit wird es darum gehen, Vertrauen aufzubauen. Gestern sind wir wieder um die gleiche Zeit mit ihr aufs Viereck, nachdem wir sie zum Putzen an den Anbindeplatz gebracht haben. Die eine Flanke war von ihrem Sturz noch ganz verkrustet. Nacheinander wurden die Wallache und die Stuten in die Ställe gebracht, wir liessen Serenata diesmal nicht allein auf dem Viereck, und sie war sanft und hängte sich an uns dran. Brav lief sie hinter uns her, zuerst hinter Georg, dann hinter mir. Sie sucht ihren/ihre Menschen. Langsam lernen wir uns kennen, und auch wir üben, üben, üben.