1. Lektion

Wir sind nun gespannt auf das Training, das wir ja jetzt starten können. Wir denken, Serenata ist bereit dazu und es geht zum ersten Mal auf den Trainingsplatz. Wieder ein neues Umfeld für Serenata, entsprechend aufgeregt ist sie. Sie weckt auch die Neugier der Stutenherde nebenan, die Tiere beschnuppern sich eifrig!

Serenata neigt zum Pöbeln, wenn sie aufgeregt ist und nicht recht weiss, was und wie sie soll, was von ihr erwartet wird. Daniela weiss es allerdings umso genauer 🙂 Nachdem sie ihr erlaubt hat, die Stuten und Stutfohlen zu begrüssen, schickt sie Serenata erst mal weg von sich – und die schwingt die Hinterhand in die Luft und schlägt erst mal kräftig aus – in sicherem Abstand zu Daniela, allerdings. Zum Glück ist sie wenigstens so rücksichtsvoll und anständig.

Wir beobachten genau, wie und wohin Serenata die Ohren richtet, erst wendet sie das innere Ohr Daniela zu und scheint sich langsam annähern zu wollen. Als sie anfängt zu schlecken, wissen wir, sie will zusammenarbeiten. Wie schön! Langsam kommt sie näher, schliesslich ganz zu Daniela. Ihre Ohren sind beide ganz auf ihr Gegenüber gerichtet. Es ist faszinierend und ich würde dem Geschehen gern meine ganze Aufmerksamkeit widmen, wären da nicht die Stutfohlen vom letzten Jahr, die an den Schuhen, dem Ärmel knabbern und schliesslich an meiner Kapuze zerren. Wenn ich mich zu ihnen umdrehe, schauen sie ganz unschuldig – wer das war – ich sicher nicht… 🙂 Ein bisschen wie lästige Fliegen, wegjagen funktioniert, aber für eine Minute oder zwei, schon wärmt wieder ein Schnaufen mein Ohr. Ich möchte sie alle knuddeln, so herzig sind sie.

Ich bin ja gespannt, wie lange das dauern wird, bis ich auch so weit sein werde, dass ich mit Serenata arbeiten kann. Ich soll ja keine Schwäche zeigen, so lange ich nicht sicher auf den Beinen bin, Serenata würde dies ausnützen. Aber es reizt mich sehr und ich freue mich auf diese Art der Begegnung, die ich vom Reitunterricht noch nicht kenne.

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